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Das Gespenst von Canterville

Von Jules Dassin, Norman Z. McLeod (1944)
Mit Charles Laughton, Robert Young, Margaret O’Brien, William Gargan, Reginald Owen, Rags Ragland, Una O`Connor, Donald Stuart, Elisabeth Risdon, Frank Faylen, Lumsden Hare, Mike Mazurki, William Moss, Bobby Readick, Marc Cramer, William Tannen, Peter Lawford

ngland im 17. Jahrhundert: Sir Simon of Canterville soll sich für seinen Bruder duellieren. Als sein Duellgegner ebenfalls einen kampferprobten Verwandten antreten lassen will, ergreift Sir Simon die Flucht und versteckt sich im Alkoven seines Zimmers im Familienschloss. Aus Scham vor der Feigheit seines Sohnes lässt ihn sein Vater genau dort einmauern und seitdem sucht er als ruheloser Geist das Schloss heim.

Als 300 Jahre später im Zweiten Weltkrieg eine Einheit von US Soldaten im Schloss einquartiert wird, muss das Gespenst um seinen Ruf fürchten, denn die neuen Bewohner sind mit allen Wassern gewaschen und lassen sich von seinem Spuk nicht einschüchtern. Die kleine Jessica – künftige Besitzerin des Schlosses – findet heraus, dass der nette Soldat Cuffy ebenfalls ein Centerville ist, aus einem Zweig der Familie, der England seit langem verlassen hat. Nur er könnte den Fluch des müde gewordenen, bemitleidenswerten Gespenstes brechen und seine Seele erlösen, denn dazu braucht es einen Ahnen, der im Namen von Sir Simon eine Heldentat vollbringt…

Jules Dassins Version von Oscar Wildes Erzählung basiert nur auf Motiven der literarischen Vorlage. Vielmehr handelt es sich um einer jenen „Durchhalte“-Filme aus den letzten Kriegsjahren, die zum „alltäglichen“ Heldentum und zum Zusammenhalt in der Familie – hier auch auf die militärische Kameradschaft anwendbar – aufrufen sollen. Um diese Botschaft zu betonen, wurde die Vorgeschichte entgegen der Erzählung von Oscar Wilde (1887) abgeschwächt, denn Charles Laughtons Sir Simon hat keinen Mord begangen und sein Vergehen – die Flucht vor der Gelegenheit für die Ehre seines Bruders sein Leben zu riskieren – sind dabei ebenso altmodisch, wie der erste gescheiterte Versuch es hoffnungsvollen Ahnen Cuffy (Robert Young) eine Heldentat zu begehen und auf eine Gruppe von feindlichen Soldaten zu schießen. Die (damalige) Gegenwart als Zeit der Handlung betonen den Kontrast der hier eher parodierten, in die Zeit gekommenen alten Adelsehre mit der Realität des Krieges, der die Familienprobleme der Cantervilles – alle männlichen Nachkommen erwiesen sich als Feiglinge – banal und altmodisch erscheinen lässt. Nur die Bedeutung des Familienzusammenhalts ist geblieben.

Die überzeugenden Geistereffekte von Irving G. Ries zielen nur beim ersten Auftritt des Gespenstes auf eine unheimliche, überraschende Wirkung ab, ansonsten dominieren Familienfilmatmosphäre (unterstützt durch die von Margaret O’Brien gespielten jungen Schlossherrin Jessia) und Kriegsmelodramatik. Englische Schauerromantik kommt kurzzeitig auf, wenn Jessica und die Haushälter von der Vorgeschichte und den Ursprüngen eines nie verschwindenden Blutflecks auf dem Teppich (einer der wenigen Bezüge zur Vorlage) erzählen.

Die Regie führte zunächst Norman Z. McLeod. Die Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Charles Laughton erwies sich jedoch als problematisch, so dass Jules Dassin schließlich auf dem Regiestuhl Platz nahm.

Fazit:
Vor dem Hintergrund seiner Zeit unterhaltsamer Familienfilm mit schönen Trickeffekten.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.



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