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The Dark Knight Rises

Von Christopher Nolan (2012)
Mit Christian Bale, Gary Oldman, Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Anne Hathaway, Marion Cotillard, Morgan Freeman, Michael Caine, Mathew Modine, Alon Aboutboul, Ben Mendelsohn, Burn Gorman, Daniel Sunjata, Aidan Gillen

Bruce Wayne, sorgte einst als „Dunkler Ritter“ alias Batman für Gerechtigkeit in Gotham City. Seit nunmehr acht Jahren hat er sich – körperlich und seelisch lädiert – ins Privatleben zurückgezogen. Der einstige Held wurde aus der Stadt verbannt, denn Batman hat nach dem Tod des Staatsanwalts Harvey Dent dessen Schuld auf sich genommen und hat dadurch die Bühne als angeblicher Superverbrechner verlassen. Doch jetzt erscheint der skrupellosen Bane (Tom Hardy) auf der Bildfläche, vernichtet mit Hilfe der Diebin (Selina Kyle) und späteren „Catwoman“ Waynes Vermögen, unterwirft die Polizei und bringt schließlich die ganze Metropole in seine Gewalt. Bruce Wayne erweckt Batman wieder zum Leben und beginnt den Kampf um die Freiheit…

Mit The Dark Knight Rises schließt Christopher Nolan seine bemerkenswerte Comic-Trilogie, die er 2005 mit Batman Begins begonnen hat, 2008 mit dem inzwischen zur Legende gewordenen The Dark Knight fortsetzte. Doch diese Trilogie wollte von Anfang mehr sein, als nur eine Comic-Verfilmung. Das wird zu Beginn von The Dark Knight Rises mehr als deutlich, denn der um filmische acht Jahre gealterte Christian Bale mit Bart und mit Krücke passt so gar nicht in die strahlende, nie alternde Schablone der Bruce Wayne Comic Figur von Bob Kane. Der Zuschauer spürt förmlich die körperliche und seelische Qual des angeschlagen Helden und es erscheint unmöglich, dass Wayne wieder in voller Kraft als Superheld die Bühne betritt. Doch als Superheld war Bales Batman im Grunde auch nie konzipiert. Es liegt nahe, dass eine absolute Katastrophe hereinbrechen muss, um den Held von damals wiederzubeleben. Diese Katastrophe erscheint in Form des Terrorsöldners Bane, gespielt von Tom Hardy. Die einzige Stärke, die Wayne noch aufbringen kann, ist sein riesiges Kapital und sein Ruf als selbstloser Wohltäter. Sein Geld ermöglichte ihm die technischen und – wenn man so will – körperlichen Möglichkeiten, die seinerzeit aus einem Mann, der durch seine Vergangenheit vom Glauben an die Gerechtigkeit besessen ist, einen scheinbar übermenschlichen Kämpfer für das Gute machten. Und genau auf diese ihm noch verbliebene Macht hat es Bane abgesehen. Was übrig bleibt, ist ein scheinbar gebrochener Mann, dessen immer noch in ihm schlummernde Drang nach Gerechtigkeit den „Ritter“ mit aller Gewalt wieder aus der Versenkung holen muss.

Wie im Vorgängerfilm mit dem durch und durch bedrohlichen Psychopathen „Joker“, hat Superverbrecher Bane nichts mehr von den skurrilen schrillen Schurken, wie wir sie aus den Comics und den früheren Verfilmungen kennen. Die Angst von echtem Terror und nachvollziehbaren Bedrohungen gehen von den neuen Antagonisten aus. Und der unvermeidliche Zweikampf erscheint im Gegensatz zu den vertrauten Comic-Ritualen durchweg ausweglos zu sein.

Auch wenn The Dark Knight Rises als ultimativer Trilogie-Abschlussfilm gestrickt ist, gibt es Ansätze, die dem Zuschauer an eine weitere „Reloaded“ Version denken lassen, so wie 2005 auch Batman Begins eine völlige Neuauflage darstellte, welche die bisherigen Kinofilme ignorierte. Nach einigen wirklich beunruhigend realistischen Gegenspielern tauchen bis zum Finale auch neue und doch vertraute Figuren auf, die sich jedoch nur langsam entwickeln und noch nicht am Ziel angekommen sind, wenn die Geschichte schließlich scheinbar zu Ende ist. Zum einen wird Selina Kyle als geschickte Diebin sehr bald als werdende Catwoman eingeführt, jener verführerischen Gegenspielerin, die in der Comicwelt immer wieder von einer zu anderen Seite schwappt, und auch hier als glaubhaft ambivalente Figur in Erscheinung tritt. Doch es gibt noch einen anderen alten oder besser jungen Bekannten. Dass die Entwicklung dieser zweiten vertrauten, aber unter Fans nicht unumstrittenen, Figur des „Robin“ jedoch bis zur letzten Szene aufgespart wurde, mag als weiterer genialer Drehbucheinfall gewertet werden: Denn nach all der Finsternis braucht der Zuschauer am Schluss zwar wieder die Vertrautheit seiner bekannten Comicwelt, doch mehr Raum, als ein kurzer Wink im Epilog, hätte dieser Figur in Christopher Nolans düsteren „erwachsenen“ Abgesang auf Jahrzehnte voller infantiler Comic Verfilmungen vielleicht nicht zugestanden.

Fazit:
Ein düsteres, packendes, Action-Drama mit viel Respekt vor seinen Figuren und ein in jeder Hinsicht würdiger Abschluss.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     



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