James Bond 007 – Man lebt nur zweimal

Von Lewis Gilbert (1966)
Mit Sean Connery, Akiko Wakabayashi, Tetsuro Tamba, Mie Hama, Karin Dor, Donald Pleasence, Bernard Lee, Lois Maxwell, Charles Gray, Turo Shimada, Desmond Llewelyn

Russische und amerikanische Raketenkapseln werden von einer unbekannten Macht entführt. Während die Großmächte sich die Schuld gegenseitig zuschieben, forscht James Bond im Auftrag des britischen Geheimdienstes in Japan, wo die Verbrecherorganisation „Spectre“ versucht, einen dritten Weltkrieg zu provozieren.

Mit deutlichen Science Fiction Elementen ausgestatteter fünfter James Bond Film, voller aufwendiger technischer Spielereien, beeindruckenden Dekors und knalligen, effektvollen Actionszenen. Die Weltraumeffekte sind zwar auch für damals veraltet und unfreiwillig komisch, dennoch ist der Film ein höchstunterhaltsamer Actionreißer. an dem man sich gerne erinnert.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

James Bond 007 jagt Dr. No

Von Terence Young (1962)
Mit Sean Connery, Ursula Andress, Joseph Wiseman, Jack Lord, Bernard Lee, Anthony Dawson, John Kitzmiller, Zena Marshall, Eunice Gayson, Lois Maxwell

James Bond – 007 – Agent des britischen Geheimdienstes soll die Sabotage an amerikanischen Raketenstarts aufklären. Seine Spur führt ihn nach Jamaika und ins Visier des skrupellosen Dr. No…

Das erste der legendären englischen Bondabenteuer, die seit 1962 eine treue ewig junge Fangemeinde und darüber hinaus ein großes Kinopublikum Jahr für Jahr vor die Leinwand lockt. Trotz der noch fehlenden „Gimmicks“, der Spielereien der Effekt- und Standspezialisten, enthält dieser frühe Bond bereits alle Zutaten, welche die Serie später so berühmt machen sollten: einen Helden, der für die damalige Zeit ungewohnte Härte aufweist und auf Frauen, die für ihn selten mehr sind als Spielzeug, unwiderstehlich wirkt einerseits und einen größenwahnsinnigen Schurken, der in seinem beinahe fantastisch anmutenden Domizil einen meist völlig an den Harren herbeigezogenen Verbrecherplan ausheckt, auf der anderen Seite. Dazwischen schöne Frauen, die ebenso wenig fehlen dürfen, wie schnelle Autos, interessante Schauplätze und den respektlosen und trockenen Humor des Titelhelden.

Sean Connery schien die Idealbesetzung für Ian Flemmings Idealhelden zu sein. Sehr englisch, und dennoch beinahe ebenso so skrupellos wie seine Widersacher verstand es Connery den Bond-Charakter zum Leben zu erwecken, wie es von keinem seiner Nachfolger bisher erreicht wurde.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Les Misérables

Von Tom Hooper (2012)
Mit Hugh Jackman, Russell Crowe, Anne Hathaway, Amanda Seyfried, Sacha Baron Cohen, Helena Bonham Carter, Eddie Redmayne, Aaron Tveit, Samantha Barks, Daniel Huttlestone

1815, Toulon: Nach 19 Jahren wird Jean Valjean, der wegen Mundraub und Fluchtversuchen lange einsaß, auf Bewährung entlassen. Polizeiinspektor Javert händigt ihm seine Bewährungsunterlagen aus und prophezeit ihm seine baldige Rückkehr. Vergeblich versucht Valjean ein ehrliches Leben zu beginnen, doch seine Herkunft treibt ihn erneut zum Diebstahl. Er beginnt ein Leben unter falschem Namen und ständig auf der Flucht vor Javert, der ihm zu seinen persönlichen Feind erklärt hat. Acht Jahre später in Montreuil hat sich Valjean als Bürgermeister und Fabrikherr hochgearbeitet. Er nimmt sich der kleinen verwaisten Tochter einer Fabrikarbeiterin an, die durch sein Mitverschulden in die Prostitution geraten war. Wieder von Javert entlarvt, muss er erneut mit seiner Pflegetochter Cosette fliehen. Fast weitere zehn Jahre vergehen, bis sich Valjean und Javert wieder gegenüberstehen, inmitten der Pariser Barrikadenkämpfe des Juniaufstands von 1832. Inzwischen ist Cosette erwachsen und verliebt sich in Marius, der mit seinen Kommilitonen einen Aufstand plant…

Nach den Mamut-Verfilmungen Evita (1996) von Alan Parker und Das Phantom der Oper (2004) von Joel Schumacher folgt jetzt mit Tom Hoopers Version von Les Misérables eine Musicalverfilmung, die alle bisherigen Grenzen des Genres sprengt. Der Film bietet jeden erdenklichen Aufwand eines monumentalen Kostümfilms mit Massenszenen und gigantischer Ausstattung. Die weltbekannte Musik wird getragen von einem Ensemble von singbegabten Schauspielern, die mit ihren „dramatisierten“ Gesangsdarbietungen den richtigen Weg einschlagen zwischen Musikalität und Filmrealismus.

Der vergleichsweise junge Hugh Jackman überzeugt als Valjean, als ein durch eine langjährige Haftstrafe gezeichneten Mannes, der sich durch verschiedene Phasen seines Lebens kämpft und schließlich an seiner Vergangenheit zerbricht. Sein Gegenspieler ist Inspektor Javert, ein stimmlich ebenfalls sehr präsenter Russell Crowe, dessen Hang zur Pflichterfüllung zu einer persönlichen Feindschaft ausartet und Valjean zu einem Symbol seines eigenen Scheiterns werden lässt. Doch es ist vor allem Anne Hathaways eindringlicher, viel zu kurzer Auftritt, der im Gedächtnis bleibt. Sie spielt Fantine, eine Fabrikarbeiterin, die durch Missgunst ihrer Kolleginnen und des Vorarbeiters und durch Valjeans Ignoranz in seiner Funktion als Fabrikbesitzer in die Prostitution getrieben und vom Milieu förmlich ausgeschlachtet wird.

Komiker Sacha Baron Cohen brilliert als schlitzohriger Dauerschurke Thénardier. An seiner Seite zeigt Helena Bonham Carter als Madame Thénardier erneut Mut zur äußerlichen und inneren Hässlichkeit. Nach ihrer Darstellung als Horrorwirtin in Sweeney Todd – Der teuflische Barbier (2007) ist sie die Idealbesetzung für diese Rolle.

Mit der illustren Hollywood-Besetzung folgt der Film der Tradition des Musicalfilms, die Hauptrollen mit Filmstars und nicht mit Sängern zu besetzen. Was Letzteres betrifft, können die Stars im Rahmen einer von visuellem Pomp getragenen Verfilmung durchaus überzeugen und auf Gesangsdouble wurde wohlweislich verzichtet. Für Fans des Bühnenmusicals gibt es immerhin bekannte Gesichter zu sehen. Bischof von Digne wird von Les Misérables-Urgestein Colm Wilkinson gespielt, dem mehrfachen Valjean Darsteller seit der englischen Uraufführung. Als Éponine, die unglücklich verliebte Tochter der Thénardiers, ist Samantha Barks zu sehen, die in der Rolle von 2010 bis 2011 in London zu sehen war.

Victor Hugos Roman Die Elenden von 1862 gehört neben Der Glöckner von Notre-Dame zu seinen bekanntesten Werken. Neben zahlreichen Verfilmungen (die erste entstand bereits um 1907) ist dies vor allem der Musical-Version von Claude-Michel Schönberg (Musik) und dem Alain Boublil (Texte) zu verdanken. Sie erlebte ihre französische Premiere 1980 in Paris und wurde 1985 um einige erklärende Szenen erweitert in der heute bekannten englischen Version in London uraufgeführt. Von 1987 bis 2003 zierte das bekannte Plakat mit dem armen Mädchen die Fassade des Imperial Theaters am Broadway in New York. Das weltbekannte Motiv zeigt die junge Cosette und ist ein Ausschnitt der Buchillustration des Künstlers Émile Bayard aus der Originalausgabe von 1862.

Fazit:
Tom Hoopers Verfilmung des weltweiten Musicalerfolges ist eine verschwenderisch ausgestattete und glänzend gespielte und musikalisch beachtliche Oper auf höchstem filmischen Niveau.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Im Westen nichts Neues

Von Lewis Milestone (1930)
Mit Louis Wolheim, Lew Ayres, John Wray, Arnold Lucy, Ben Alexander, Scott Kolk, Owen Davis Jr., Walter Rogers, William Bakewell, Russel Gleason, Richard Alexander, Harold Goodwin, Slim Summerville, G. Pat Collins, Beryl Mercer, Edmund Breese

Angefeuert durch die Predigen seines Lehrers über Vaterlandsliebe und Heldentod meldet sich der deutsche Gymnasiast Paul Bäumer zusammen mit seinen Klassenkameraden bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges freiwillig zur Armee. Bei der Grundausbildung treffen sie unerwartet auf ihren zuvor immer belächelnden Briefträger, der sie als Reserve-Unteroffizier einer schikanösen Ausbildung unterzieht. Doch diese erweist sich als unzureichende Vorbereitung für den bevorstehenden Einsatz an der Westfront. Im Zug des erfahrenen und kameradschaftlichen Frontkämpfers Katczinski erleben die jugendlichen Soldaten die unmenschliche Barbarei des Stellungskrieges.

Als Paul nach einem Lazarettaufenthalt auf seinem Heimaturlaub den Parolen seines kriegsversessenen Lehrers und den Stammtischreden seines Vaters ausgesetzt wird, erlischt jeder Rest seiner einstigen Begeisterung für Heldentum und er begreift die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges. Da er mit seiner Haltung nur auf Unverständnis stößt, kehrt er vorzeitig aus seinem Urlaub zu seiner Einheit zurück. Dort sind inzwischen einige seiner Kameraden gefallen und auch Paul holt bald sein Schicksal ein: in einem unaufmerksamen Moment, wird er im Graben von einem französischen Scharfschützen erschossen.

Lewis Milestones Verfilmung von Erich Maria Remarques weltbekannten Roman Im Westen nichts Neues (1928) gilt zurecht als einer bedeutendsten Antikriegsfilme. Zeitlos durch seine Bemühung, Feindbilder zu vermeiden und die Grausamkeit des Krieges als universelle Botschaft zu vermitteln, ohne eine der beteiligten Parteien zu verurteilen oder zu bewerten, hat der Film auch heute nichts von seiner Aussagekraft verloren. Das tricktechnisch perfekt dargestellte Kriegsgeschehen vermittelt eindringlich den Irrsinn von hohlen Heldenphrasen und des verblendeten Vaterlandskults, der aus Menschen würdeloses Verbrauchsmaterial in einer unmenschlichen Kriegsmaschinerie macht.

Das Drama um den jungen „Kriegshelden“ gipfelt in seinem sinnlosen, ganz und gar nicht „heldenhaften“ Tod: Bei dem Versuch einen Falter einzufangen, wird der ambitionierte Schmetterlingssammler von einem Franzosen tödlich getroffen, an einem ansonsten „ruhigen“ Tag über dem die Heeresleitung in ihrem Protokoll vermerkt: „Im Westen nichts Neues“.

Der Film wurde für die DVD-Veröffentlichung der rekonstruierten Originalfassung, die in den 90er Jahren u.a. für das US-amerikanische Fernsehen erstellt wurde, neu synchronisiert. Leider bewegt sich diese Synchronfassung nur auf Videoniveau. Da der Film aus der Perspektive deutscher Soldaten erzählt wird, wäre eine angemessene deutsche Synchronfassung wünschenswert gewesen.

Hintergrund:
Der Film wurde alternativ auch in einer Stummfilmfassung aufgeführt, da noch nicht alle Kinos mit einer Tonanlage ausgestattet waren.
Der Film gilt als einer der ersten ausländischen Filme, die für den deutschen Markt synchronisiert wurden.
Bereits vor 1933 heftig durch die NS-Presse kritisiert, wurde der Film nach Machtergreifung verboten und erst 1952 gekürzt und neu synchronisiert wieder zur Aufführung gebracht.
Bedingt durch die damaligen Kürzungen und Textänderungen wurde der Film später für den Versuch einer Rekonstruktion der Originalfassung für die Fernsehausstrahlung und später für Veröffentlichung auf DVD erneut synchronisiert.

Fazit:
Perfekter, zeitloser Antikriegsfilm, der in der deutschen Fassung an einer unangemessen billigen Synchronfassung leidet.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Von Chris Columbus (2002)
Mit Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint, Tom Felton, Maggie Smith, Alan Rickman, Richard Harris, John Cleese, Warwick Davis

Es sind noch Ferien und Harry Potter lebt wieder bei seiner verständnislosen Verwandtschaft. Obwohl er endlich ein Zimmer bekommen hat, sehnt er sich zurück nach Hogwarts und seinen Freunden. Eines Abends steht ein Hauself auf seinem Bett, der ihn mit Warnungen und Drohungen davon abhalten will, in die Zauberschule zurück zu kehren. Im richtigen Moment kommt Ron mit seinen Brüdern herbeigezaubert und holt Harry ab. Nicht ohne Hindernisse kehren sie nach Hogwarts zurück. Dort werden sie erwartet: jemand hat die sagenhafte „Kammer des Schreckens“ geöffnet, und dieser Jemand will alle nicht reinrassigen Zauberer vernichten. Das bewährte Dreiergespann Hermine, Harry und Ron versuchen den Fall zu lösen und begeben sich ein weiteres Mal in große Gefahr…

Auch die Verfilmung des zweiten Bestseller-Romans von Joanna K. Rowling ist ein optisches Feuerwerk an „zauberhaften“ Einfällen und atemberaubenden Effekten. Die visuelle Wucht überfordert den Zuschauer zuweilen und erschwert die Entscheidung, wo man hinsehen soll ohne wichtige oder auch nur sehenswerte Details zu verpassen. Die Handlung bietet eine unterhaltsame Collage aus einer spannenden „Wer-oder-Was-steckt-dahinter“-Story und einer Reihe von witzigen Episoden aus dem (un-)wirklichen altenglischen (Zauber-)Schulalttag. Ein zuweilen recht grusliges Fantasyabenteuer und sprichwörtlicher Familienfilm, der trotz seiner knapp 160 Minuten nie langweilig wird.

In Deutschland wurde der Film für eine FSK-Freigabe „ab 6 Jahre“ um ca. 2 Minuten gekürzt.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Harry Potter und der Stein der Weisen

Von Chris Columbus (2001)
Mit Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Robbie Coltrane, Maggie Smith, Richard Harris, Alan Rickman, John Cleese, Warwick Davis

Harry Potter lebt seit dem Tod der Eltern bei der Familie seiner Tante. Es sind böse Stiefeltern, die ihren eigenen Sohn verhätscheln, während Harry wie ein Tier im Verschlag unter der Treppe hausen muss. Als er elf Jahre alt wird, stellt man ihm auf magische Art und Weise einen Brief zu. Trotz aller Bemühungen können es seine Stiefeltern nicht verhindern, dass er von seinen magischen Fähigkeiten erfährt und in die Zauberer-Schule Hogwarts berufen wird. Mit seinen neu gewonnenen Freunden Ron und Hermine kommt er dort dem bösen Zauberer Voldemort auf die Spur, der seine leiblichen Eltern auf dem Gewissen hat.

Die langersehnte Verfilmung von Joanna K. Rowlings erstem Teil ihrer Romanreihe um Erfolgsfigur Harry Potter würde es nicht leicht haben, die hohen Erwartungen einer riesigen Fangemeinde, die weit über die zielgesetzte kindliche Leserschaft hinausgeht, zu erfüllen. Das war schon nach dem ersten Buch klar. Zudem wurde von literarischer Seite hoher Druck auf die filmische Umsetzung ausgeübt: Joanna K. Rowling ließ es sich nicht nehmen, bei sämtlichen wichtigen Entscheidungen mit dabei zu sein. Sie verlangte u.a. dass der Film in England gedreht und mit englischen Darstellern in den Hauptrollen besetzt werden müsse.

Zudem hatte sie auch das letzte Wort über die Besetzung des Titelhelden (Daniel Radcliffe), der sich interessanterweise in einigen wesentlichen Punkten von seinem geschriebenen Vorbild unterscheidet. Das Ergebnis eines solchen Vorgehens führt beinahe zwangsweise zu einer Verfilmung, die sich sehr eng an seine Vorlage hält: eben eine typische Bestsellerverfilmung. Tatsächlich ist es die größte Schwäche des Film zu nah an der Vorlage zu bleiben.

Mit ein Grund für das Erfolgsrezept von Harry Potter mag es sein, dass einem alles so vertraut ist. Der Film ist somit – eng an seiner Vorlage – eine perfekt und phantasievoll fotografierte Ansammlung von Versatzstücken, die wir seit unserer Kindheit aus Märchen und Kinderbüchern kennen und lieben und die uns immer wieder gefallen. Überraschungen gibt es eigentlich nicht, denn es geschieht alles so, wie man es erwartet: klassisch ist bereits der Beginn. Harry Potter als ungeliebter Stiefsohn, der arg hinter seinem Vetter zurückstehen muss.

Als männliches Aschenbrödel wartet er – wunderbar übertrieben und bildhaft dargestellt – in seiner Treppenabstellkammer auf seinen großen Augenblick. Auf dem Weg nach Hogwarts ist er bereits wohl bekannt. Der Ruf seiner Eltern ist ihm vorausgeheilt. Als Berühmtheit ist es ebenso logisch, dass er sich als Freund nicht etwa den smarten, aber arroganten Schnösel Malfoy (Will Theakston), sondern den eher durchschnittlichen aber charakterlichen „edleren“ Ron (Rupert Grind) aussucht. Zusammen mit der zuweilen streberhaften, aber mutigen Hermine (Emma Watson) ergeben sie ein klassisches Team. Ein beliebtes und auch sinnvolles Jugendbuchmotiv.

Auch die Figur des alten und weisen Direktors und Oberzauberers Professor Dumbledore (Richard Harris, der wie ein Merlin aus dem Bilderbuch ist) und die die strenge, aber sympathische Hausdame Professor McGonagall (wunderbar und ebenso typisch: Maggie Smith) treffen ganz unsere Erwartungen. Letztlich sind diese Figuren viel eher klassische Märchentypen als Charaktere im eigentlichen Sinne.

Dennoch macht der Film Spaß, denn Altbewährtes wird hier auf liebenswerte Art und Weise in die Gegenwart transportiert (auch wenn man die Gegenwart im Film meist vergisst). Das Zweieinhalb-Stundenopus ist keine Sekunde langweilig, die Effekte und die Bilderwucht ist einfach atemberaubend, wenn auch letztere zusammen mit seiner Überlänge für jüngere Zuseher etwas zu viel sein könnten. Schließlich kann der Film auch noch als eine detailverliebte und phantastische Hommage an die Tradition des englischen Schulwesens betrachtet werden.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs

Von Peter Jackson (2003)
Mit Noel Appleby, Alexandra Astin, Sean Astin, David Aston, John Bach, Sean Bean, Cate Blanchett, Orlando Bloom, Billy Boyd, Sadwyn Brophy, Ian McKellen, Elijah Wood

Die Reise der Gefährten nähert sich ihrem Ende. Ein letztes Mal bedroht Sauron die Menschheit. Seine Armee hat Minas Tirith angegriffen, die Hauptstadt von Gondor. Unterdessen nähert sich Frodo dem Lande Mordor und kommt dem Schicksalsberg immer näher. Doch er ist nicht nur von Freunden umgeben. Solange der Ring nicht vernichtet ist, ist seine Knechtschaft unbesiegbar…

„Die Rückkehr des Königs“ ist ein krönender Abschluss einer außergewöhnlichen Filmtrilogie, dem es gelingt, in jeder Hinsicht groß zu sein. Ein episches Schlachtengemälde, das von poetischer Melancholie und tragischen Heldendfiguren durchzogen ist. Ein bis zum Schluss dramaturgisch ausgefeilter Film, der spannend, rührend und voll Pathos den uralten Kampf von Gut und Böse in bombastischen Bildern erzählt.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Der Herr der Ringe – Die zwei Türme

Von Peter Jackson (2002)
Mit Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen, Sean Astin, Billy Boyd, Liv Tyler, John Rhys-Davies, Christopher Lee

Die Gefährten sind getrennt: Frodo und sein Getreuer Samwise sind nun auf sich allein gestellt um den verhängnisvollen Schatz zum Schicksalsberg zu bringen. Doch sie bekommen bald einen Anhänger, der ebenso gefährlich wie hilfreich ist. Auf der Suche nach den beiden in Gefangenschaft geratenen Hobbit-Freunden gelangen Aragorn und seine Anhänger in das gebeutelte Land des Volkes von Rohan, das sich für die größte Schlacht ihrer Geschichte rüsten muss. Es scheint, als wäre die Gefolgschaft des Ringhüters im Kampf gegen den noch mächtiger gewordenen Sauron auf sich allein gestellt, doch sie erhalten unerwartet eine mächtige Hilfe…

Peter Jacksons zweiter Teil seiner gigantischen monumentalen „Herr der Ringe“ Trilogie folgt klassischen Fortsetzungstraditionen: der Film schließt ohne eigene Exposition da an, wo der Vorgänger endete. Für nicht ganz so inhaltsgeschulte Zuschauer ist es durchaus von Vorteil, sich Teil 1 zeitnah noch mal anzusehen. Doch mit aufgefrischten Gedächtnis geht es dann gleich los in eine abermals bildgewaltige Reise durch die visuell perfekt umgesetzte fantastische Welt von Tolkien. Mit noch mehr Kampfgetümmel und etwas weniger Heldenkitsch bietet der Film einen epischen Ausflug in ein Sammelsurium von bekannten Abenteuergeschichten und Gut-gegen-Böse-Motiven. Insgesamt ein Film, der mit seinen episodischen Spannungsmomenten eher als Teil einer Trilogie und weniger als ein in sich geschlossenes Werk betrachtet werden kann.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Der Herr der Ringe – Die Gefährten

Von Peter Jackson (2001)
Mit Elijah Wood, Ian McKellen, Orlando Bloom, Billy Boyd, Viggo Mortensen, Sean Astin, Dominic Monaghan, JOhn Rhys-Davis, Christopher Lee

Mittelerde – das ist eine phantastische Welt, die von Zauberern, Hobbits, Elben, Menschen, Zwergen, Trollen und Geistern bewohnt wird. Inmitten dieser Welt lebt Frodo Beutlin, ein Hobbit, der bisher ein sorgloses Leben im grünen Auenland geführt hat. Als er eines Tages in den Besitz eines Rings gerät, ändert sich sein Leben schlagartig. Dieser Ring ist ein Meistering, der seinen Besitzer zu grenzenloser Macht verhelfen kann und selbigen dabei immer mehr vereinnahmt. Die einzige Möglichkeit zu verhindern dass dieser Ring in die Hände des mächtigen Sauron gelangt, der damit das Böse über ganz Mittelerde bringen würde, ist es, den Ring in jenem Feuer zu vernichten, in dem er einst geschmiedet wurde. Zusammen mit einigen treuen Gefährten beginnt für den kleinen aber wackeren Frodo eine gefährliche Reise…

Der Englischprofessor J.R.R. Tolkien schuf mit seinem inzwischen längst zur Legende gewordenen Fantasy-Epos „Herr der Ringe“ (1954-55) eine eigene mystische Welt, welcher er mit Landkarten, Chroniken und Stammbäumen ein literarisches Leben eingehaucht hat. Die Aversion des Autors, sein Werk als Hollywood-Film zu sehen, mag einer der Gründe sein und die ungeahnten Möglichkeiten, die die Filmtechnik knapp fünfzig Jahre später dem Fantasy-Genre bietet, ein anderer, dass Tolkins Werk erst so spät eine adäquate filmische Umsetzung bekommen hat.

Peter Jacksons erster Teil seiner eigenen Interpretation von „Herr der Ringe“ ist eine gigantische, episch angelegte Gut-Gegen-Böse-Geschichte, deren Gesamteindruck einfach überwältigend ist.

Dies beginnt bereits bei der eigenwilligen, aber sorgfältig ausgearbeiteten Adaption, der die perfekte filmische Umsetzbarkeit wichtiger ist, als die wortwörtliche Bearbeitung der literarischen Vorlage. Die Ausstattung ist ein weiterer Baustein, deren Detailverliebtheit so weit ging, eigens in mühsamer Vorarbeit Felder und Bäume zu pflanzen, um z.B. das Auenland mit Leben zu erwecken. Und schließlich die Spezialeffekte, die ein kaum fassbares Ausmaß annehmen. Sei es bei der perfekten Montage, welche die kindgroßen Hobbits mit ihren doppelt so großen menschlichen und elbischen Gefährten zusammenbringt, oder aber jene riesigen Phantasiewelten, die man nicht so schnell vergisst. Und bei all diesem Aufwand sind auch die bemerkenswerten Schauspieler nicht zu übersehen, die letztlich auch aus dieser Welt zu kommen scheinen.

Die drei Teile der Trilogie wurden an einem Stück in Neuseeland gedreht, was mehrere gute Gründe hatte. Peter Jackson wollte seinem Publikum ein geschlossenes Werk präsentieren und nicht einen Mehrteiler, der von Publikumsreaktionen und zeitlichen Faktoren abhängig ist. Die einzelnen Teile haben ihren Kinostart im jährlichen Abstand im Dezember.

Vier Oscars: Kamera, visuelle Effekte, Make-up, Musik (2001).

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.