Matrix Reloaded

Von Andy Wachowski (2003)
arry Wachowski. Mit Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Laurence Fishburne, Hugo Weaving, Jada Pinkett Smith, Gloria Foster

Morpheus und Neo sind mit ihren Gefährten zurückgekehrt nach Zion, der gigantischen unterirdischen Stadt der Rebellen. Der Kampf der freien Menschen gegen die übermächtige Matrix nähert sich seinem Höhepunkt, denn überall sind Kampfdrohnen unterwegs, um Zion aufzuspüren und zu vernichten. Ein weiteres Mal sucht Neo Hilfe beim „Orakel“, das dem Helden den Weg zum Schlüsselmacher weist. Mit dessen Hilfe soll Neo zum Zentrum der Matrix vorstoßen. Doch seine Gegner sind schnell und zahlreich: Agent Smith hat eine Möglichkeit gefunden sich innerhalb der Matrix scheinbar unbegrenzt zu klonen…

Die Erwartungen des Publikums und der Kritiker an den zweiten Teil der „Matrix-Trilogie“ (der dritte Teil „Matrix Revolutions“ wurde parallel gedreht) waren hoch. Die Fangemeinde könnte in ihren Erwartungen nicht unterschiedlicher sein: vom Fan des reinen Action-Popcorn-Kinos bis hin zum anspruchsvollen Science-Fiction-Freund ist hier alles und jeder zu finden. „Matrix Reloaded“ erweist sich als beispielhafter Mittelteil einer Trilogie: die losen Stränge des Vorgängers werden aufgegriffen und wenn es die Story zulässt weiter bzw. zu Ende geführt, eine große Schlacht wird gefochten, die jedoch nicht endgültig sein kann und der Film endet mit einem so genannten „Cliff-Hanger“, einem spannend-offenen Ende, das die Neugierde und Erwartung an den abschließenden Teil aufrecht erhalten soll. George Lucas hat dies in seiner „klassischen „Star Wars“-Trilogie mit „Das Imperium schlägt zurück“ vorgemacht und Peter Jackson mit „Herr der Ringe – die Zwei Türme“ erfolgreich fortgeführt.

Dennoch wirkt „Matrix Reloaded“ inhaltlich stellenweise wie ein zähfließendes Übergangsstück: die Exposition, die eine Verbindung zum ersten Teil herstellen soll, ist ungewohnt lange ausgefallen und wechselt Selbstzitate mit kitschig religiösen Anspielungen ab. Die verschwenderisch mit dem Computer generierte Stadt „Zion“ lässt viel von der bedrückende realen Atmosphäre des Vorgängers vermissen und wirkt im Zusammenhang beinahe unglaubwürdig. Auch die zahlreichen, seit dem ersten Teil oft kopierten oder karikierten, Kampfsequenzen (der Höhepunkt: Keanu Reeves im Kampf gegen eine innerhalb von Minuten wachsende Armee von Smith-Klonen) lassen in ihrer Länge den Gedanken an ein Computerspiel aufkommen, ein Eindruck, der durch den Videospiel-Soundtrack verstärkt wird. Die Idee, Neo als „Superman“ über Metropolen hinweg fliegen zu lassen, ist beidruckend, doch inhaltlich erklärungsbedürftig, und nur ein Beispiel, wie viele der aufregenden visuellen Effekte im Gegensatz zum Vorgänger wie Schaustellerei wirken. In der zweiten Hälfte wird der Film zunehmend fesselnder. Eine ausgedehnte, atemberaubende Autoverfolgungsjagd gehört sicherlich zu den unübertroffenen Actionhöhepunkten der letzten Jahre und leitet ein hochintelligentes Finale ein, das den Zuschauer dazu veranlasst, über alles bisher gesehene noch mal nachzudenken.

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Hollow Man – Unsichtbare Gefahr

Von Paul Verhoeven (2000)
Mit Elisabeth Shue, Kevin Bacon, Josh Brolin, Kim Dickens, Greg Grunberg, Joey Slotnick, Mary Randle, William Devane

Nach jahrelangen Experimenten mit einem Serum, das Tiere unsichtbar macht, ist es dem egozentrischen Dr. Sebastian Caine endlich gelungen, den Prozess wieder rückgängig zu machen. Somit steht einem Selbstversuch nichts mehr im Wege. Ohne seinen Auftraggeber, das Verteidigungsministerium, einzuweihen, probiert er die Droge mit Hilfe seiner Crew an sich selbst aus. Dass Caine diese Entscheidung im Alleingang gefällt hat, wissen seine Kollegen nicht. Das erfahren sie erst, als der Versuch, die Wirkung aufzuheben, scheitert. Der Wissenschaftler bleibt unsichtbar und wird gemeingefährlich…

Die Geschichte um einen Wissenschaftler, der sich mit einer Droge unsichtbar macht und dabei den Verstand verliert basiert auf H.G. Wells „The Invisible Man“ und fand bereits 1933 mit „Der Unsichtbare“ eine beeindruckende Umsetzung. Diese Vorlage diente „Hollow Man“ jedoch nur als Grundidee. Handlung und Hintergründe sind hier eher zweitrangig. In erster Linie zeigt der Filme eine Reihe äußerst beeindruckender Spezialeffekte und einige effektvolle Actionsequenzen, die von Jerry Goldsmiths exzellenter Musik getragen werden. Was sonst noch bleibt ist ein altmodisch konstruierter, durch und durch vorhersehbarer Plot, der sich aus Eifersucht, Verfolgung und Mord zusammensetzt. Selbst das Grundmotiv des Unsichtbarseins beschränkt sich auf mehr oder weniger harmlose Spannereien.

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James Bond 007 – Man lebt nur zweimal

Von Lewis Gilbert (1966)
Mit Sean Connery, Akiko Wakabayashi, Tetsuro Tamba, Mie Hama, Karin Dor, Donald Pleasence, Bernard Lee, Lois Maxwell, Charles Gray, Turo Shimada, Desmond Llewelyn

Russische und amerikanische Raketenkapseln werden von einer unbekannten Macht entführt. Während die Großmächte sich die Schuld gegenseitig zuschieben, forscht James Bond im Auftrag des britischen Geheimdienstes in Japan, wo die Verbrecherorganisation „Spectre“ versucht, einen dritten Weltkrieg zu provozieren.

Mit deutlichen Science Fiction Elementen ausgestatteter fünfter James Bond Film, voller aufwendiger technischer Spielereien, beeindruckenden Dekors und knalligen, effektvollen Actionszenen. Die Weltraumeffekte sind zwar auch für damals veraltet und unfreiwillig komisch, dennoch ist der Film ein höchstunterhaltsamer Actionreißer. an dem man sich gerne erinnert.

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James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug

Von Michael Apted (1999)
Mit Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Robert Carlyle, Denise Richards, Robbie Coltrane, Judi Dench, Desmond Llewelyn, John Cleese, Samantha Bond

James Bond soll die Tochter des bei einem Terroranschlag ermordeten Öl-Multimillionärs Robert King beschützen und den Mörder entlarven, der vor Jahren die hübsche Tochter und Erbin entführt hatte und offenbar noch immer hinter ihr her ist. Doch es muss wieder einiges passieren, bis James Bond merkt, gegen wen er zu kämpfen hat.

James-Bond-Abenteuer das in der Gestaltung von Bonds Gegenspieler durchaus Überraschungen bieten kann und mit einigen wirklich effektvollen Actionszenen aufwartet. Letztendlich bewahrt das den Film nicht von der Tatsache, dass sich die Serie längst in ihrem gewohnten Spiel festgetreten hat.

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The 6th Day

Von Roger Spottiswoode (2000)
Mit Arnold Schwarzenegger, Tony Goldwyn, Michael Rooker, Robert Duvall, Michael Rapaport, Sarah Wynter, Rodney Rowland

Als der Hubschrauberpilot Adam nach einem gefährlichen Einsatz nach Hause kehrt, sieht er seinen Doppelgänger glücklich im Kreis seiner Familie sitzen. Für ihn selbst scheint es keinen Platz mehr zu geben. Doch damit nicht genug: unbekannte Agenten versuchen ihn gänzlich auszulöschen und trachten nach seinem Leben. In einer Zukunft in der das Klonen von Tieren zum Alltag geworden ist (so lässt sich das eben verstorbene Haustier in Windeseile ersetzen) ist Adam das Opfer einer illegalen Menschenklonung geworden, deren Folgen mit seinem Tod korrigiert werden sollen. Eine Jagd auf Leben und Tod beginnt.

Arnold Schwarzenegger ist wieder in seiner klassischen Rolle. Mit reichlich Eigenzitaten (Parallelen zu „Die totale Erinnerung – Total Recall“ 1990, sind unverkennbar) und dick aufgetragenen Bibelanspielungen („der 6. Tag“ und der Rollenname „Adam“) ausstaffierter Actionfilm, der sich mit seinem Hintergrundmotiv – die Grenzen, der Sinn und die Berechtigung des Klonens – deutlich an zeitgenössische Diskussionen anlehnt. Dieses Thema ist aber nicht viel mehr als eine Grundidee in dem eher konventionellen „Schwarzenegger-Streifen“. Immerhin – trotz des zu erwartenden und verharmlosenden Ausgangs – eine spannende Routineunterhaltung.

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Wild Wild West

Von Barry Sonnenfeld (1999)
Mit Will Smith, Kevin Kline, Kenneth Branagh, Salma Hayek, M. Emmet Walsh, Ted Levine.

Amerika, kurz nach dem Bürgerkrieg: der wahnsinnige Terrorrist Arless Loveless hat die besten Wissenschaftler des Landes entführt und mit ihrer Hilfe geradezu unglaubliche, futuristische Waffensysteme entwickelt, gegen die die Regierung nichts entgegenzusetzen hat. Jetzt liegt alle Hoffnung auf dem erfolgreichen U-S. Marshall Artemuns Gordon und dem legendären Revolverheldenhelden Jim West…

Gigantischer Actionbrüller, der seine Knalleffekte sehr viel besser unter Kontrolle hat, als seine Pointen. Wirklich witzig ist der Film nur selten, da die Effekte den Darstellern nicht viel Spielraum erlauben. Trotz der vielen Gags und jeder Menge Action ist der Film nicht ohne Leerlauf und bleibt mit all seinem Aufwand nur ein zweitklassiges Comic-Kino für die große Leinwand.

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Terminator 3 – Die Rebellion der Maschinen

Von Jonathan Mostow (2003)
Mit Arnold Schwarzenegger, Nick Stahl, Claire Danes, Kristanna Loken, David Andrews, Mark Famiglietti, Earl Boen, Moira Harris

Zehn Jahre sind vergangen, seit John Connor den Untergang der Menschheit verhindert hatte. Connor führt ein ärmliches Leben an Rande der Gesellschaft, ganz ohne Identität und verborgen – da er sich aus sämtlichen Computern gelöscht hat. Doch der Kampf beginnt erneut, als eine weibliche Killermaschine vom Typ T-X in seine Zeit geschickt wird, um einen Angriff gegen die Menschheit zu starten. Sie soll den Auftrag vollenden, den ihr Vorgänger T-1000 begonnen hatte. Und wieder steht Connor ein Terminator vom Typ „Arnold Schwarzenegger“ zu Hilfe…

Wer das eschatolgisches Finale einer „Terminator“-Trilogie erwartet, wird enttäuscht. Jonathan Mostows Film ist eine simple Fortsetzung, die die Handlung seiner Vorgänger ohne große Überraschungen recycelt. Was in Teil 2 als abgeschlossen galt, wird wieder geöffnet und tot geglaubtes wird reanimiert und zu einem lauten Actioncocktail gemixt. Wer an den gewohnten Ritualen und Arnold Schwarzeneggers Auftritt als konsequente Kampfmaschine im Gewand eines roboter-sprechenden Toasters Gefallen findet, wird sich dennoch knapp zwei Stunden gut unterhalten.

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Lara Croft Tomb Raider: Die Wiege des Lebens

Von Jan de Bont (2003)
Mit Angelina Jolie, Gerard Butler, Ciarán Hinds, Chris Barrie, Noah Taylor, Djimon Hounsou, Til Schweiger, Simon Yam, Terence Yin, Daniel Caltagirone

Vor der Küste Griechenlands entdeckt Lara Croft den sagenumwobenen Tempel von Alexander dem Großen, der seit über zweitausend Jahren tief verborgen in einer unterirdischen Höhle liegt. Dort stößt sie auf eine geheimnisvolle Kugel, doch eine skrupellose Bande ist der Archäologin und ihren Gefährten gefolgt und nimmt ihr die Kugel ab. Als sie erfährt, dass diese Kugel der Schlüssel zu Büchse der Pandora ist, die den Tod der Menschheit bedeuten könne, macht sie sich im Auftrag der Regierung auf die Jagt nach dem Grabräuber, der den Fund als gigantische „Biologische“ Waffe einsetzen will…

Der erste Teil der Game-Verfilmung war ein gigantischer Erfolg, was sicherlich eher auf das große Interesse und die Neugierde, aber auch auf die Schlagfertigkeit einer perfekten Hauptdarstellerin zurückzuführen ist und weniger auf die Qualitäten des Films selbst, der mit seiner dünnen Handlung und seiner Kürze (ohne Abspann mal gerade 90 Minuten) eher wie ein kleiner B-Film gewirkt hat. Für Teil 2 „Lara Croft Tomb Raider: Die Wiege des Lebens“ wurde jetzt Actionaltmeister Jan de Bont verpflichtet, der mit „Speed“ bewies, wie viel Tempo ein Film haben kann. Die Fortsetzung konzentriert sich verstärkt auf die Actionkomponente, als auf den Fantasyanteil und bietet eine unterhaltsame Mischung aus „James Bond“ und „Indiana Jones“ mit unvergesslichern Stunt- und Kampfszenen, die bis 85 Prozent von der athletischen Angelina Jolie selbst durchgeführt wurden. Schwindelerregende Kamerafahrten über die Chinesische Mauer hinweg, turbulente Motorradfahrten, Jagten durch die Luft und zu Pferd – diese Actionheldin lässt zuweilen sogar James Bond in seinem gebügelten Anzug alt aussehen. Lara Croft wurde erfreulicherweise mit etwas mehr Menschlichkeit ausgestattet und die Story ist interessanter und verwickelter konstruiert als bei seinem Vorgänger.

Fazit
Noch mal gesteigerte Frauenpower, die auf ein Wiedersehen hoffen lässt!

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Kill Bill Vol. 1

Von Quentin Tarantino (2003)
Mit Uma Thurman, David Carradine, Lucy Liu, Daryl Hannah, Vivica A. Fox, Michael Madsen, Michael Parks, Sonny Chiba, Chiaki Kuriyama

Kill Bill Vol.1 ist eine Schlacht, ein Rachefeldzug von unvorstellbarer Grausamkeit und Brutalität und ein Meisterwerk blutrünstiger Ästhetik. Geschmacklos komisch, geschmackvoll Schön und verdammt cool. Anders war es von Quentin Tarantino (Pulp Fiction) auch nicht zu erwarten. Der vierte Film von ihm ist gleichzeitig sein Fünfter. Dreieinhalb Stunden Kill Bill am Stück wären zu viel gewesen. So wurde großzügig gedreht: Kill Bill Vol. 2 folgt.

Geworden ist aus dem ersten Teil ein episches Gefecht von Uma Thurman auf der Jagd nach Bill und seinem Mordsgefolge. Des Mannes, der Freunde und des ungeborenen Kindes durch Hinrichtung beraubt, dem Tod von der Klinge gesprungen und vier Jahre lang im Koma vergewaltigt kennt „die Braut“ nur eins: Kaltblütige Rache. Lucy Liu und Uma Thurman stehen sich mit Samurai-Schwertern gegenüber, fontänenartig spült und spritzt sich das Blut aus abgetrennten Gliedmassen seine Adern durch die Leinwand und der Soundtrack pointiert in mexikanischen Western-Klängen und melancholischen Oden Schmerz, Blutrausch und Mord in zuckersüßer Asiatischer Kulisse. Knallbunt, schwarzweiß, Hochglanz, Zeichentrick: die Effektkiste von Quentin Tarantino kennt keine Matrix. Sie folgt nur der eigenen Kreativität. Wer der Brutalität mit Gleichgültigkeit begegnen kann und sie als Stil zu vollkommenen Ästhetik akzeptieren kann, erlebt einen Genuss.

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The Dark Knight Rises

Von Christopher Nolan (2012)
Mit Christian Bale, Gary Oldman, Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Anne Hathaway, Marion Cotillard, Morgan Freeman, Michael Caine, Mathew Modine, Alon Aboutboul, Ben Mendelsohn, Burn Gorman, Daniel Sunjata, Aidan Gillen

Bruce Wayne, sorgte einst als „Dunkler Ritter“ alias Batman für Gerechtigkeit in Gotham City. Seit nunmehr acht Jahren hat er sich – körperlich und seelisch lädiert – ins Privatleben zurückgezogen. Der einstige Held wurde aus der Stadt verbannt, denn Batman hat nach dem Tod des Staatsanwalts Harvey Dent dessen Schuld auf sich genommen und hat dadurch die Bühne als angeblicher Superverbrechner verlassen. Doch jetzt erscheint der skrupellosen Bane (Tom Hardy) auf der Bildfläche, vernichtet mit Hilfe der Diebin (Selina Kyle) und späteren „Catwoman“ Waynes Vermögen, unterwirft die Polizei und bringt schließlich die ganze Metropole in seine Gewalt. Bruce Wayne erweckt Batman wieder zum Leben und beginnt den Kampf um die Freiheit…

Mit The Dark Knight Rises schließt Christopher Nolan seine bemerkenswerte Comic-Trilogie, die er 2005 mit Batman Begins begonnen hat, 2008 mit dem inzwischen zur Legende gewordenen The Dark Knight fortsetzte. Doch diese Trilogie wollte von Anfang mehr sein, als nur eine Comic-Verfilmung. Das wird zu Beginn von The Dark Knight Rises mehr als deutlich, denn der um filmische acht Jahre gealterte Christian Bale mit Bart und mit Krücke passt so gar nicht in die strahlende, nie alternde Schablone der Bruce Wayne Comic Figur von Bob Kane. Der Zuschauer spürt förmlich die körperliche und seelische Qual des angeschlagen Helden und es erscheint unmöglich, dass Wayne wieder in voller Kraft als Superheld die Bühne betritt. Doch als Superheld war Bales Batman im Grunde auch nie konzipiert. Es liegt nahe, dass eine absolute Katastrophe hereinbrechen muss, um den Held von damals wiederzubeleben. Diese Katastrophe erscheint in Form des Terrorsöldners Bane, gespielt von Tom Hardy. Die einzige Stärke, die Wayne noch aufbringen kann, ist sein riesiges Kapital und sein Ruf als selbstloser Wohltäter. Sein Geld ermöglichte ihm die technischen und – wenn man so will – körperlichen Möglichkeiten, die seinerzeit aus einem Mann, der durch seine Vergangenheit vom Glauben an die Gerechtigkeit besessen ist, einen scheinbar übermenschlichen Kämpfer für das Gute machten. Und genau auf diese ihm noch verbliebene Macht hat es Bane abgesehen. Was übrig bleibt, ist ein scheinbar gebrochener Mann, dessen immer noch in ihm schlummernde Drang nach Gerechtigkeit den „Ritter“ mit aller Gewalt wieder aus der Versenkung holen muss.

Wie im Vorgängerfilm mit dem durch und durch bedrohlichen Psychopathen „Joker“, hat Superverbrecher Bane nichts mehr von den skurrilen schrillen Schurken, wie wir sie aus den Comics und den früheren Verfilmungen kennen. Die Angst von echtem Terror und nachvollziehbaren Bedrohungen gehen von den neuen Antagonisten aus. Und der unvermeidliche Zweikampf erscheint im Gegensatz zu den vertrauten Comic-Ritualen durchweg ausweglos zu sein.

Auch wenn The Dark Knight Rises als ultimativer Trilogie-Abschlussfilm gestrickt ist, gibt es Ansätze, die dem Zuschauer an eine weitere „Reloaded“ Version denken lassen, so wie 2005 auch Batman Begins eine völlige Neuauflage darstellte, welche die bisherigen Kinofilme ignorierte. Nach einigen wirklich beunruhigend realistischen Gegenspielern tauchen bis zum Finale auch neue und doch vertraute Figuren auf, die sich jedoch nur langsam entwickeln und noch nicht am Ziel angekommen sind, wenn die Geschichte schließlich scheinbar zu Ende ist. Zum einen wird Selina Kyle als geschickte Diebin sehr bald als werdende Catwoman eingeführt, jener verführerischen Gegenspielerin, die in der Comicwelt immer wieder von einer zu anderen Seite schwappt, und auch hier als glaubhaft ambivalente Figur in Erscheinung tritt. Doch es gibt noch einen anderen alten oder besser jungen Bekannten. Dass die Entwicklung dieser zweiten vertrauten, aber unter Fans nicht unumstrittenen, Figur des „Robin“ jedoch bis zur letzten Szene aufgespart wurde, mag als weiterer genialer Drehbucheinfall gewertet werden: Denn nach all der Finsternis braucht der Zuschauer am Schluss zwar wieder die Vertrautheit seiner bekannten Comicwelt, doch mehr Raum, als ein kurzer Wink im Epilog, hätte dieser Figur in Christopher Nolans düsteren „erwachsenen“ Abgesang auf Jahrzehnte voller infantiler Comic Verfilmungen vielleicht nicht zugestanden.

Fazit:
Ein düsteres, packendes, Action-Drama mit viel Respekt vor seinen Figuren und ein in jeder Hinsicht würdiger Abschluss.

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Demolition Man – Die Zukunft hat nur Platz für einen

Von Marco Brambilla (1993)
Mit Sylvester Stallone, Sandra Bullock, Wesley Snipes, Nigel Hawthorne

Ende des 20. Jahrhunderts wird der Polizist John Spartan beschuldigt, bei der Überführung des Killers Simon Phoenix durch Leichtsinn den Tod von Zivilisten verursacht zu haben. Er wird verurteilt und eingefroren. Ebenso wird Phoenix „auf Eis gelegt“. Im Jahr 2032 gelingt dem Verbrecher durch Sabotage die Flucht und er richtet allerlei Unruhen in der allzu friedfertigen Zukunft an. Man sieht sich gezwungen, Spartan ebenfalls wieder aufzutauen, um der ungewohnten Lage Herr zu werden.

Der Reiz dieses Actionfilms liegt vor allem in dem ausgeprägten Hang zur Selbstironie der Hauptdarsteller.

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3 Engel für Charlie – Volle Power

Von McG (voller Name: Joseph McGinty Nichol) (2003)
Mit Cameron Diaz, Drew Barrymore, Lucy Liu, Bernie Mac, Crispin Glover, Justin Theroux, Robert Patrick, Demi Moore, John Cleese

Der Diebstahl zweier unscheinbarer Ringe aus Titan bedroht das gigantische Zeugenschutzprogramm der USA und macht aus dessen Schützlingen Freiwild für die Mafia. Das dürfen die drei Engel im Auftrag des Guten natürlich nicht zulassen. Mehr muss man zum Inhalt nicht sagen, denn der ist Nebensache in diesem knapp zweistündigen grellbunten Potpourri aus der neueren Actionfilmgeschichte.

Der Film beginnt mit einer Pretitelsequenz nach bester James-Bond-Manier: weil eine Verfolgungsjagd im freien Fall in „Golden Eye“ so gut funktioniert hat, wird auch für diese Heldinnen ein Staudamm zur Sprungschanze. Ob schwingend durch Straßenschluchten wie „Spider Man“ oder im Eifer effektvoller Karatekämpfe: die drei Damen machen ihren Beinnamen alle Ehre und scheinen den größten Teil des Films in der Luft zu verbringen.

Ihnen entgegen tritt keine geringere als eine generalüberholte Demi Moore, die als „gefallener Engel“ das Schicksal der Menschheit zum Bösen wenden will (was sollte sie auch sonst tun). Noch mehr als im Vorgänger steht die maßlose Übertreibung und Veralberung nicht nur seiner eigenen Vorlage im Vordergrund. Das zeigen nicht nur eine Reihe treffend besetzter Gastauftritte: Bruce Willis Rolle endet kaum das sie begonnen hat (in der Gewalt seiner Exfrau), John Cleese zeigt sich betont verständnisvoll und nicht zuletzt erscheint Jaclyn Smith auf der Bildfläche, die als Kelly Garrett in allen Staffeln der klassischen Fernsehserie auftrat.

Musicclip-Regisseur McG (Joseph McGinty Nichol), reiht seine Comic- und Stunt-Attraktionen mit der Geschwindigkeit eines Videoclips aneinander. Einen Höhepunkt liefert ein spektakuläres Motorradrennen, das sich nicht hinter dem legendären Wagenrennen aus „Ben Hur“ zu verstecken braucht. Zwischen den Actiongranaten gibt es jede Menge Sprücheklopferei, Women’s Talk álà „Sex and the City“, viel Haut, Kurven, Chauvinismus und Zickenterror, so dass für beiderlei Geschlecht etwas dabei ist.

Fazit: ein leichtverdaulicher Schnellschuss-Funstreifen, bei dem man keine Zeit zum Nachdenken braucht.

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3 Engel für Charlie

Von McG (voller Name: Joseph McGinty Nichol) (2000)
Mit Cameron Diaz, Drew Barrymore, Lucy Liu, Bill Murray, Kelly Lynch, Sam Rockwell

Ein unbekannter Millionär betreibt eine geheime Verbrechenbekämpfungsorganisation. Seine Waffen: drei Frauen und hier ist ihr nächster Fall: Der Computerspezialist Eric Knox wird gekidnappt. Sein größter Rivale Roger Corwin kommt als Täter in Frage. Sein Plan ist es, sich die Entwicklung Knox zu eigen zu machen, ein System mit dem er die weltweite Kontrolle über mobile Telefonsysteme hätte…

Eine weitere Kinoauflage einer TV-Serie, die hierzulande seit den 70ern regelmäßig im Fernsehen zu sehen ist. Zitierfreudige, auf optische Reize beschränkte Mischung aus beinahe nostalgisch anmutender Frauenpower, raffinierten Stunts, spektakulären Tricks und drei attraktiven Hauptdarstellerinnen, die trotz Selbstironie von Ideenarmut bestimmt wird.

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