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Moderne Zeiten

Von Charles Chaplin (1936)
Mit Charles Chaplin, Paulette Goddard, Henry Bergman, Tiny Sandford, Chester Conklin, Hank Mann, Stanley Blystone, Al Ernest Garcia, Richard Alexander, Cecil Reynolds, Mira McKinney, Murdock MacQuarrie, Wilfred Lucas, Edward LeSaint, Fred Malatesta, Sam Stein

Ein Fabrikarbeiter erleidet bei der Arbeit an einem aus Profitgier zu schnell eingestellten Fließband einen Nervenzusammenbruch. Nach seiner Behandlung muss er sich erfolglos auf Arbeitssuche begeben und landet dabei – irrtümlich bei einer Demonstration festgenommen – im Gefängnis. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann er einen Gefängnisausbruch vereiteln und genießt daraufhin eine Sonderbehandlung. Eines Tages soll er wegen guter Führung früher entlassen werden. Um seine Luxuszelle nicht gegen ein Leben in Ungewissheit ohne Arbeit eintauschen zu müssen, versucht er alles um wieder hinter Gittern zu kommen. Bei seinen „Bemühungen“ lernt er ein Waisenmädchen kennen und nimmt sich ihrer an. Nach Höhen und Tiefen und immer wieder auf der Flucht finden beide eine Anstellung als Kellner und Tänzerin in einem Café. Doch Das Glück währt nur kurz, denn das Mädchen wird von Jugendbeamten entdeckt und soll festgenommen werden. Beiden geling wieder die Flucht und gemeinsam machen sie sich auf den Weg als Landstreicher einer ungewissen Zukunft entgegen.

Charlie Chaplin in einer Paraderolle des tragisch-komischen Tramps ist eine brillante sozial- und gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit den Schattenseiten des Kapitalismus voller Ironie, Situationskomik und galligem Humor.

Charlies unfreiwilliger Ausflug in das Räderwerk einer Maschine und sein missglückter Einsatz als Versuchskaninchen für eine unsinnige „Ernährungsmaschine“ mit Mundabtupfer avancierten zu Symbolbildern für die Absurdität eines übersteigerten Fortschrittsglaubens.

Chaplin inszenierte seinen zweiten Tonfilm wie einen Stummfilm und greift nur an wenigen Stellen, dafür umso einprägsamer, auf die Mittel von Sprache und Toneffekten zurück. Unvergesslich sind die Ansagen des Fabrikdirektors, der seine Arbeiter via Monitor und Kamera bis in die Waschräume verfolgt oder die Situation, wenn Charlie und die Frau des Gefängnispfarrers in der peinlichen Stille des Büros des Direktors warten und beide erfolglos versuchen, kompromittierende Magengeräusche zu unterdrücken. Charlie Chaplins damalige Abneigung, Sprache in Film einzusetzen wird im Finale deutlich. Unfreiwillig soll er im Café als Sänger auftreten. Da er seinen Text verloren hat, improvisiert er äußerst erfolgreich in einer Fantasiesprache und demonstriert wie es witziger und origineller nicht sein könnte, seine damalige Haltung zum gesprochenen Wort im Film.

Fazit:
Ein unvergänglicher Klassiker der Tragikomödie mit zeitlosen Gags und unvergesslichen Bildern. Einzigartig erweist sich Charlie Chaplins eigene Interpretation des Mediums Tonfilm.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     



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