Kill Bill Vol. 1

Von Quentin Tarantino (2003)
Mit Uma Thurman, David Carradine, Lucy Liu, Daryl Hannah, Vivica A. Fox, Michael Madsen, Michael Parks, Sonny Chiba, Chiaki Kuriyama

Kill Bill Vol.1 ist eine Schlacht, ein Rachefeldzug von unvorstellbarer Grausamkeit und Brutalität und ein Meisterwerk blutrünstiger Ästhetik. Geschmacklos komisch, geschmackvoll Schön und verdammt cool. Anders war es von Quentin Tarantino (Pulp Fiction) auch nicht zu erwarten. Der vierte Film von ihm ist gleichzeitig sein Fünfter. Dreieinhalb Stunden Kill Bill am Stück wären zu viel gewesen. So wurde großzügig gedreht: Kill Bill Vol. 2 folgt.

Geworden ist aus dem ersten Teil ein episches Gefecht von Uma Thurman auf der Jagd nach Bill und seinem Mordsgefolge. Des Mannes, der Freunde und des ungeborenen Kindes durch Hinrichtung beraubt, dem Tod von der Klinge gesprungen und vier Jahre lang im Koma vergewaltigt kennt „die Braut“ nur eins: Kaltblütige Rache. Lucy Liu und Uma Thurman stehen sich mit Samurai-Schwertern gegenüber, fontänenartig spült und spritzt sich das Blut aus abgetrennten Gliedmassen seine Adern durch die Leinwand und der Soundtrack pointiert in mexikanischen Western-Klängen und melancholischen Oden Schmerz, Blutrausch und Mord in zuckersüßer Asiatischer Kulisse. Knallbunt, schwarzweiß, Hochglanz, Zeichentrick: die Effektkiste von Quentin Tarantino kennt keine Matrix. Sie folgt nur der eigenen Kreativität. Wer der Brutalität mit Gleichgültigkeit begegnen kann und sie als Stil zu vollkommenen Ästhetik akzeptieren kann, erlebt einen Genuss.

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Der Mann, der zuviel wußte

Von Alfred Hitchcock (1956)
Mit James Stewart, Doris Day, Ralph Truman, Daniel Gélin, Bernard Miles, Brenda de Banzie, Mogens Wieth

Während seines Urlaubs in Marokko gelangt der amerikanische Arzt Ben Mac Kanna durch Zufall in den Besitz von Informationen über ein geplantes Attentat gegen den britischen Premierminister. Wenig später wird sein kleiner Sohn entführt. Mac Kanna und seine Frau können nicht die Polizei alarmieren, da sie von den Attentätern erpresst werden. Sie versuchen ihn auf eigene Faust zu befreien…

Hitchcock inszenierte mit „Der Mann, der zuviel wußte“ ein Remake seines eigenen Films von 1934. Von vielen Fans wird die neuere Version als bessere betrachtet. In der Tat: der Altmeister des Suspense zeigt uns einen Spannungsfilm wie man ihn sich besser nicht wünschen könnte. Einige Szenen sind von besonderer Ausdruckskraft und mit großer Meisterschaft inszeniert, was nicht zuletzt am Einsatz der Musik liegt. In dieser Beziehung wurde die Originalstory für die Hauptdarstellerin Doris Day leicht verändert. Das Lied „Que sera“wurde als bester Filmsong mit dem Oscar ausgezeichnet.

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Das Phantom der Oper

Von Joel Schumacher (2004)
Mit Gerard Butler, Emmy Rossum, Patrick Wilson, Miranda Richardson, Minnie Driver, Claran Hinds, Simon Callow, Victor McGuire, Jennifer Ellison, Murray Melvin, Kevin McNally, James Fleet

Gaston Leroux’ Roman „Le Fantôme de L’Opéra“ wurde seit der Stummfilm-Ära unzählige Male verfilmt und hat dabei von Horror, über Liebesfilm bis hin zum Musical viele Genres gestreift. Andrew Lloyds Webbers Muscial-Adaption, die seit seiner Uraufführung anhaltende Erfolge feiert und in viele Sprachen übersetzt wurde, diente als Vorlage für diese Verfilmung. Die Zeit der großen Muscialfilme scheint schon seit einigen Dekaden vorbei zu sein und die wenigen aktuelleren erfolgreichen Ausflüge in den Musikfilm wie „Evita“ oder „Chicago“ profitierten sicher auch von deren Musicalvorlagen, die als erfolgsversprechendes Zugpferd dienten. Da kann man bei Werken von Andrew Lloyd Webber im Allgemeinen nichts falsch machen.

Respekt verdient bei Joel Schumachers Film der Versuch dieses Musikmärchen sehr konventionell und mit im wahrsten Sinne des Wortes magischen Bildern einzufangen und der Umstand, dass die Darsteller ihre Gesangsparts (mit Ausnahme von Minnie „Carlotta“ Driver) auch noch selbst singen, ein Vorzug der Musicalfilmen aus früherer Zeit nicht immer beschieden war. Dass das Ergebnis zuweilen recht kitschig ausgefallen ist liegt, liegt in der Natur der Vorlage und des Musicalfilms an sich und vielleicht auch an den unvermeidlichen deutschen Texten, mit denen uns der Verleih beglückt. Für Leute denen das gut gefällt, werden sich musikalisch und visuell bestens unterhalten.

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Sophie Scholl – die letzten Tage

Von Marc Rothemund (2005)
Mit Julia Jentsch, Fabian Hinrichs, Gerald Alexander Held, Johanna Gastdorf, André Hennicke, Florian Stetter, Johannes Suhm

Die Münchener Ludwig-Maximilians-Universität, in der ein großer Teil des Films spielt, steht ganz im Zeichen der Geschwister Scholl, die 1943 unter anderem wegen Hochverrats von den Nationalsozialisten zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden.

Sophie Scholl und Ihr Bruder Hans sind Anführer der Studenten-Untergrundbewegung „Die weiße Rose“. Unter diesem Namen versenden sie zahlreiche Flugblätter und hinterlassen Schriften an öffentlichen Gebäuden um die Bevölkerung über den Wahnsinn des sinnlos mordenden Krieges und über die Verbrechen an den Mitmenschen aufzuklären.

Papierknappheit zwingt Sophie und ihren Bruder Hans dazu, sich auf das Risiko einzulassen und die Flugblätter unbemerkt in der Universität auszulegen. Beim Versuch das Gebäude zu verlassen werden Sie festgehalten. Was als Disziplinarmaßnahme gegen Studenten beginnt, wird zu einem unmenschlichen Schauprozess.

Nach Michael Verhoevens „Die weiße Rose“ und Percy Adlons „Fünf letzte Tage“ ist Marc Rothemunds Film das dritte Portrait der Münchner Philosophiestudentin Sophie Scholl, die zusammen mit Ihrem Bruder Hans für ihre politische Überzeugung in den Tod ging. Julia Jentsch spielt die Heldin des Widerstands überzeugend und liefert unterstützet von einer zurückhaltenden, aber sehr wirkungsvollen Inszenierung einen eindringlichen Appell für Zivilcourage.

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James Bond 007 jagt Dr. No

Von Terence Young (1962)
Mit Sean Connery, Ursula Andress, Joseph Wiseman, Jack Lord, Bernard Lee, Anthony Dawson, John Kitzmiller, Zena Marshall, Eunice Gayson, Lois Maxwell

James Bond – 007 – Agent des britischen Geheimdienstes soll die Sabotage an amerikanischen Raketenstarts aufklären. Seine Spur führt ihn nach Jamaika und ins Visier des skrupellosen Dr. No…

Das erste der legendären englischen Bondabenteuer, die seit 1962 eine treue ewig junge Fangemeinde und darüber hinaus ein großes Kinopublikum Jahr für Jahr vor die Leinwand lockt. Trotz der noch fehlenden „Gimmicks“, der Spielereien der Effekt- und Standspezialisten, enthält dieser frühe Bond bereits alle Zutaten, welche die Serie später so berühmt machen sollten: einen Helden, der für die damalige Zeit ungewohnte Härte aufweist und auf Frauen, die für ihn selten mehr sind als Spielzeug, unwiderstehlich wirkt einerseits und einen größenwahnsinnigen Schurken, der in seinem beinahe fantastisch anmutenden Domizil einen meist völlig an den Harren herbeigezogenen Verbrecherplan ausheckt, auf der anderen Seite. Dazwischen schöne Frauen, die ebenso wenig fehlen dürfen, wie schnelle Autos, interessante Schauplätze und den respektlosen und trockenen Humor des Titelhelden.

Sean Connery schien die Idealbesetzung für Ian Flemmings Idealhelden zu sein. Sehr englisch, und dennoch beinahe ebenso so skrupellos wie seine Widersacher verstand es Connery den Bond-Charakter zum Leben zu erwecken, wie es von keinem seiner Nachfolger bisher erreicht wurde.

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The Dark Knight Rises

Von Christopher Nolan (2012)
Mit Christian Bale, Gary Oldman, Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Anne Hathaway, Marion Cotillard, Morgan Freeman, Michael Caine, Mathew Modine, Alon Aboutboul, Ben Mendelsohn, Burn Gorman, Daniel Sunjata, Aidan Gillen

Bruce Wayne, sorgte einst als „Dunkler Ritter“ alias Batman für Gerechtigkeit in Gotham City. Seit nunmehr acht Jahren hat er sich – körperlich und seelisch lädiert – ins Privatleben zurückgezogen. Der einstige Held wurde aus der Stadt verbannt, denn Batman hat nach dem Tod des Staatsanwalts Harvey Dent dessen Schuld auf sich genommen und hat dadurch die Bühne als angeblicher Superverbrechner verlassen. Doch jetzt erscheint der skrupellosen Bane (Tom Hardy) auf der Bildfläche, vernichtet mit Hilfe der Diebin (Selina Kyle) und späteren „Catwoman“ Waynes Vermögen, unterwirft die Polizei und bringt schließlich die ganze Metropole in seine Gewalt. Bruce Wayne erweckt Batman wieder zum Leben und beginnt den Kampf um die Freiheit…

Mit The Dark Knight Rises schließt Christopher Nolan seine bemerkenswerte Comic-Trilogie, die er 2005 mit Batman Begins begonnen hat, 2008 mit dem inzwischen zur Legende gewordenen The Dark Knight fortsetzte. Doch diese Trilogie wollte von Anfang mehr sein, als nur eine Comic-Verfilmung. Das wird zu Beginn von The Dark Knight Rises mehr als deutlich, denn der um filmische acht Jahre gealterte Christian Bale mit Bart und mit Krücke passt so gar nicht in die strahlende, nie alternde Schablone der Bruce Wayne Comic Figur von Bob Kane. Der Zuschauer spürt förmlich die körperliche und seelische Qual des angeschlagen Helden und es erscheint unmöglich, dass Wayne wieder in voller Kraft als Superheld die Bühne betritt. Doch als Superheld war Bales Batman im Grunde auch nie konzipiert. Es liegt nahe, dass eine absolute Katastrophe hereinbrechen muss, um den Held von damals wiederzubeleben. Diese Katastrophe erscheint in Form des Terrorsöldners Bane, gespielt von Tom Hardy. Die einzige Stärke, die Wayne noch aufbringen kann, ist sein riesiges Kapital und sein Ruf als selbstloser Wohltäter. Sein Geld ermöglichte ihm die technischen und – wenn man so will – körperlichen Möglichkeiten, die seinerzeit aus einem Mann, der durch seine Vergangenheit vom Glauben an die Gerechtigkeit besessen ist, einen scheinbar übermenschlichen Kämpfer für das Gute machten. Und genau auf diese ihm noch verbliebene Macht hat es Bane abgesehen. Was übrig bleibt, ist ein scheinbar gebrochener Mann, dessen immer noch in ihm schlummernde Drang nach Gerechtigkeit den „Ritter“ mit aller Gewalt wieder aus der Versenkung holen muss.

Wie im Vorgängerfilm mit dem durch und durch bedrohlichen Psychopathen „Joker“, hat Superverbrecher Bane nichts mehr von den skurrilen schrillen Schurken, wie wir sie aus den Comics und den früheren Verfilmungen kennen. Die Angst von echtem Terror und nachvollziehbaren Bedrohungen gehen von den neuen Antagonisten aus. Und der unvermeidliche Zweikampf erscheint im Gegensatz zu den vertrauten Comic-Ritualen durchweg ausweglos zu sein.

Auch wenn The Dark Knight Rises als ultimativer Trilogie-Abschlussfilm gestrickt ist, gibt es Ansätze, die dem Zuschauer an eine weitere „Reloaded“ Version denken lassen, so wie 2005 auch Batman Begins eine völlige Neuauflage darstellte, welche die bisherigen Kinofilme ignorierte. Nach einigen wirklich beunruhigend realistischen Gegenspielern tauchen bis zum Finale auch neue und doch vertraute Figuren auf, die sich jedoch nur langsam entwickeln und noch nicht am Ziel angekommen sind, wenn die Geschichte schließlich scheinbar zu Ende ist. Zum einen wird Selina Kyle als geschickte Diebin sehr bald als werdende Catwoman eingeführt, jener verführerischen Gegenspielerin, die in der Comicwelt immer wieder von einer zu anderen Seite schwappt, und auch hier als glaubhaft ambivalente Figur in Erscheinung tritt. Doch es gibt noch einen anderen alten oder besser jungen Bekannten. Dass die Entwicklung dieser zweiten vertrauten, aber unter Fans nicht unumstrittenen, Figur des „Robin“ jedoch bis zur letzten Szene aufgespart wurde, mag als weiterer genialer Drehbucheinfall gewertet werden: Denn nach all der Finsternis braucht der Zuschauer am Schluss zwar wieder die Vertrautheit seiner bekannten Comicwelt, doch mehr Raum, als ein kurzer Wink im Epilog, hätte dieser Figur in Christopher Nolans düsteren „erwachsenen“ Abgesang auf Jahrzehnte voller infantiler Comic Verfilmungen vielleicht nicht zugestanden.

Fazit:
Ein düsteres, packendes, Action-Drama mit viel Respekt vor seinen Figuren und ein in jeder Hinsicht würdiger Abschluss.

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Les Misérables

Von Tom Hooper (2012)
Mit Hugh Jackman, Russell Crowe, Anne Hathaway, Amanda Seyfried, Sacha Baron Cohen, Helena Bonham Carter, Eddie Redmayne, Aaron Tveit, Samantha Barks, Daniel Huttlestone

1815, Toulon: Nach 19 Jahren wird Jean Valjean, der wegen Mundraub und Fluchtversuchen lange einsaß, auf Bewährung entlassen. Polizeiinspektor Javert händigt ihm seine Bewährungsunterlagen aus und prophezeit ihm seine baldige Rückkehr. Vergeblich versucht Valjean ein ehrliches Leben zu beginnen, doch seine Herkunft treibt ihn erneut zum Diebstahl. Er beginnt ein Leben unter falschem Namen und ständig auf der Flucht vor Javert, der ihm zu seinen persönlichen Feind erklärt hat. Acht Jahre später in Montreuil hat sich Valjean als Bürgermeister und Fabrikherr hochgearbeitet. Er nimmt sich der kleinen verwaisten Tochter einer Fabrikarbeiterin an, die durch sein Mitverschulden in die Prostitution geraten war. Wieder von Javert entlarvt, muss er erneut mit seiner Pflegetochter Cosette fliehen. Fast weitere zehn Jahre vergehen, bis sich Valjean und Javert wieder gegenüberstehen, inmitten der Pariser Barrikadenkämpfe des Juniaufstands von 1832. Inzwischen ist Cosette erwachsen und verliebt sich in Marius, der mit seinen Kommilitonen einen Aufstand plant…

Nach den Mamut-Verfilmungen Evita (1996) von Alan Parker und Das Phantom der Oper (2004) von Joel Schumacher folgt jetzt mit Tom Hoopers Version von Les Misérables eine Musicalverfilmung, die alle bisherigen Grenzen des Genres sprengt. Der Film bietet jeden erdenklichen Aufwand eines monumentalen Kostümfilms mit Massenszenen und gigantischer Ausstattung. Die weltbekannte Musik wird getragen von einem Ensemble von singbegabten Schauspielern, die mit ihren „dramatisierten“ Gesangsdarbietungen den richtigen Weg einschlagen zwischen Musikalität und Filmrealismus.

Der vergleichsweise junge Hugh Jackman überzeugt als Valjean, als ein durch eine langjährige Haftstrafe gezeichneten Mannes, der sich durch verschiedene Phasen seines Lebens kämpft und schließlich an seiner Vergangenheit zerbricht. Sein Gegenspieler ist Inspektor Javert, ein stimmlich ebenfalls sehr präsenter Russell Crowe, dessen Hang zur Pflichterfüllung zu einer persönlichen Feindschaft ausartet und Valjean zu einem Symbol seines eigenen Scheiterns werden lässt. Doch es ist vor allem Anne Hathaways eindringlicher, viel zu kurzer Auftritt, der im Gedächtnis bleibt. Sie spielt Fantine, eine Fabrikarbeiterin, die durch Missgunst ihrer Kolleginnen und des Vorarbeiters und durch Valjeans Ignoranz in seiner Funktion als Fabrikbesitzer in die Prostitution getrieben und vom Milieu förmlich ausgeschlachtet wird.

Komiker Sacha Baron Cohen brilliert als schlitzohriger Dauerschurke Thénardier. An seiner Seite zeigt Helena Bonham Carter als Madame Thénardier erneut Mut zur äußerlichen und inneren Hässlichkeit. Nach ihrer Darstellung als Horrorwirtin in Sweeney Todd – Der teuflische Barbier (2007) ist sie die Idealbesetzung für diese Rolle.

Mit der illustren Hollywood-Besetzung folgt der Film der Tradition des Musicalfilms, die Hauptrollen mit Filmstars und nicht mit Sängern zu besetzen. Was Letzteres betrifft, können die Stars im Rahmen einer von visuellem Pomp getragenen Verfilmung durchaus überzeugen und auf Gesangsdouble wurde wohlweislich verzichtet. Für Fans des Bühnenmusicals gibt es immerhin bekannte Gesichter zu sehen. Bischof von Digne wird von Les Misérables-Urgestein Colm Wilkinson gespielt, dem mehrfachen Valjean Darsteller seit der englischen Uraufführung. Als Éponine, die unglücklich verliebte Tochter der Thénardiers, ist Samantha Barks zu sehen, die in der Rolle von 2010 bis 2011 in London zu sehen war.

Victor Hugos Roman Die Elenden von 1862 gehört neben Der Glöckner von Notre-Dame zu seinen bekanntesten Werken. Neben zahlreichen Verfilmungen (die erste entstand bereits um 1907) ist dies vor allem der Musical-Version von Claude-Michel Schönberg (Musik) und dem Alain Boublil (Texte) zu verdanken. Sie erlebte ihre französische Premiere 1980 in Paris und wurde 1985 um einige erklärende Szenen erweitert in der heute bekannten englischen Version in London uraufgeführt. Von 1987 bis 2003 zierte das bekannte Plakat mit dem armen Mädchen die Fassade des Imperial Theaters am Broadway in New York. Das weltbekannte Motiv zeigt die junge Cosette und ist ein Ausschnitt der Buchillustration des Künstlers Émile Bayard aus der Originalausgabe von 1862.

Fazit:
Tom Hoopers Verfilmung des weltweiten Musicalerfolges ist eine verschwenderisch ausgestattete und glänzend gespielte und musikalisch beachtliche Oper auf höchstem filmischen Niveau.

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Das Gespenst von Canterville

Von Jules Dassin, Norman Z. McLeod (1944)
Mit Charles Laughton, Robert Young, Margaret O’Brien, William Gargan, Reginald Owen, Rags Ragland, Una O`Connor, Donald Stuart, Elisabeth Risdon, Frank Faylen, Lumsden Hare, Mike Mazurki, William Moss, Bobby Readick, Marc Cramer, William Tannen, Peter Lawford

ngland im 17. Jahrhundert: Sir Simon of Canterville soll sich für seinen Bruder duellieren. Als sein Duellgegner ebenfalls einen kampferprobten Verwandten antreten lassen will, ergreift Sir Simon die Flucht und versteckt sich im Alkoven seines Zimmers im Familienschloss. Aus Scham vor der Feigheit seines Sohnes lässt ihn sein Vater genau dort einmauern und seitdem sucht er als ruheloser Geist das Schloss heim.

Als 300 Jahre später im Zweiten Weltkrieg eine Einheit von US Soldaten im Schloss einquartiert wird, muss das Gespenst um seinen Ruf fürchten, denn die neuen Bewohner sind mit allen Wassern gewaschen und lassen sich von seinem Spuk nicht einschüchtern. Die kleine Jessica – künftige Besitzerin des Schlosses – findet heraus, dass der nette Soldat Cuffy ebenfalls ein Centerville ist, aus einem Zweig der Familie, der England seit langem verlassen hat. Nur er könnte den Fluch des müde gewordenen, bemitleidenswerten Gespenstes brechen und seine Seele erlösen, denn dazu braucht es einen Ahnen, der im Namen von Sir Simon eine Heldentat vollbringt…

Jules Dassins Version von Oscar Wildes Erzählung basiert nur auf Motiven der literarischen Vorlage. Vielmehr handelt es sich um einer jenen „Durchhalte“-Filme aus den letzten Kriegsjahren, die zum „alltäglichen“ Heldentum und zum Zusammenhalt in der Familie – hier auch auf die militärische Kameradschaft anwendbar – aufrufen sollen. Um diese Botschaft zu betonen, wurde die Vorgeschichte entgegen der Erzählung von Oscar Wilde (1887) abgeschwächt, denn Charles Laughtons Sir Simon hat keinen Mord begangen und sein Vergehen – die Flucht vor der Gelegenheit für die Ehre seines Bruders sein Leben zu riskieren – sind dabei ebenso altmodisch, wie der erste gescheiterte Versuch es hoffnungsvollen Ahnen Cuffy (Robert Young) eine Heldentat zu begehen und auf eine Gruppe von feindlichen Soldaten zu schießen. Die (damalige) Gegenwart als Zeit der Handlung betonen den Kontrast der hier eher parodierten, in die Zeit gekommenen alten Adelsehre mit der Realität des Krieges, der die Familienprobleme der Cantervilles – alle männlichen Nachkommen erwiesen sich als Feiglinge – banal und altmodisch erscheinen lässt. Nur die Bedeutung des Familienzusammenhalts ist geblieben.

Die überzeugenden Geistereffekte von Irving G. Ries zielen nur beim ersten Auftritt des Gespenstes auf eine unheimliche, überraschende Wirkung ab, ansonsten dominieren Familienfilmatmosphäre (unterstützt durch die von Margaret O’Brien gespielten jungen Schlossherrin Jessia) und Kriegsmelodramatik. Englische Schauerromantik kommt kurzzeitig auf, wenn Jessica und die Haushälter von der Vorgeschichte und den Ursprüngen eines nie verschwindenden Blutflecks auf dem Teppich (einer der wenigen Bezüge zur Vorlage) erzählen.

Die Regie führte zunächst Norman Z. McLeod. Die Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Charles Laughton erwies sich jedoch als problematisch, so dass Jules Dassin schließlich auf dem Regiestuhl Platz nahm.

Fazit:
Vor dem Hintergrund seiner Zeit unterhaltsamer Familienfilm mit schönen Trickeffekten.

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Moderne Zeiten

Von Charles Chaplin (1936)
Mit Charles Chaplin, Paulette Goddard, Henry Bergman, Tiny Sandford, Chester Conklin, Hank Mann, Stanley Blystone, Al Ernest Garcia, Richard Alexander, Cecil Reynolds, Mira McKinney, Murdock MacQuarrie, Wilfred Lucas, Edward LeSaint, Fred Malatesta, Sam Stein

Ein Fabrikarbeiter erleidet bei der Arbeit an einem aus Profitgier zu schnell eingestellten Fließband einen Nervenzusammenbruch. Nach seiner Behandlung muss er sich erfolglos auf Arbeitssuche begeben und landet dabei – irrtümlich bei einer Demonstration festgenommen – im Gefängnis. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann er einen Gefängnisausbruch vereiteln und genießt daraufhin eine Sonderbehandlung. Eines Tages soll er wegen guter Führung früher entlassen werden. Um seine Luxuszelle nicht gegen ein Leben in Ungewissheit ohne Arbeit eintauschen zu müssen, versucht er alles um wieder hinter Gittern zu kommen. Bei seinen „Bemühungen“ lernt er ein Waisenmädchen kennen und nimmt sich ihrer an. Nach Höhen und Tiefen und immer wieder auf der Flucht finden beide eine Anstellung als Kellner und Tänzerin in einem Café. Doch Das Glück währt nur kurz, denn das Mädchen wird von Jugendbeamten entdeckt und soll festgenommen werden. Beiden geling wieder die Flucht und gemeinsam machen sie sich auf den Weg als Landstreicher einer ungewissen Zukunft entgegen.

Charlie Chaplin in einer Paraderolle des tragisch-komischen Tramps ist eine brillante sozial- und gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit den Schattenseiten des Kapitalismus voller Ironie, Situationskomik und galligem Humor.

Charlies unfreiwilliger Ausflug in das Räderwerk einer Maschine und sein missglückter Einsatz als Versuchskaninchen für eine unsinnige „Ernährungsmaschine“ mit Mundabtupfer avancierten zu Symbolbildern für die Absurdität eines übersteigerten Fortschrittsglaubens.

Chaplin inszenierte seinen zweiten Tonfilm wie einen Stummfilm und greift nur an wenigen Stellen, dafür umso einprägsamer, auf die Mittel von Sprache und Toneffekten zurück. Unvergesslich sind die Ansagen des Fabrikdirektors, der seine Arbeiter via Monitor und Kamera bis in die Waschräume verfolgt oder die Situation, wenn Charlie und die Frau des Gefängnispfarrers in der peinlichen Stille des Büros des Direktors warten und beide erfolglos versuchen, kompromittierende Magengeräusche zu unterdrücken. Charlie Chaplins damalige Abneigung, Sprache in Film einzusetzen wird im Finale deutlich. Unfreiwillig soll er im Café als Sänger auftreten. Da er seinen Text verloren hat, improvisiert er äußerst erfolgreich in einer Fantasiesprache und demonstriert wie es witziger und origineller nicht sein könnte, seine damalige Haltung zum gesprochenen Wort im Film.

Fazit:
Ein unvergänglicher Klassiker der Tragikomödie mit zeitlosen Gags und unvergesslichen Bildern. Einzigartig erweist sich Charlie Chaplins eigene Interpretation des Mediums Tonfilm.

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Im Westen nichts Neues

Von Lewis Milestone (1930)
Mit Louis Wolheim, Lew Ayres, John Wray, Arnold Lucy, Ben Alexander, Scott Kolk, Owen Davis Jr., Walter Rogers, William Bakewell, Russel Gleason, Richard Alexander, Harold Goodwin, Slim Summerville, G. Pat Collins, Beryl Mercer, Edmund Breese

Angefeuert durch die Predigen seines Lehrers über Vaterlandsliebe und Heldentod meldet sich der deutsche Gymnasiast Paul Bäumer zusammen mit seinen Klassenkameraden bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges freiwillig zur Armee. Bei der Grundausbildung treffen sie unerwartet auf ihren zuvor immer belächelnden Briefträger, der sie als Reserve-Unteroffizier einer schikanösen Ausbildung unterzieht. Doch diese erweist sich als unzureichende Vorbereitung für den bevorstehenden Einsatz an der Westfront. Im Zug des erfahrenen und kameradschaftlichen Frontkämpfers Katczinski erleben die jugendlichen Soldaten die unmenschliche Barbarei des Stellungskrieges.

Als Paul nach einem Lazarettaufenthalt auf seinem Heimaturlaub den Parolen seines kriegsversessenen Lehrers und den Stammtischreden seines Vaters ausgesetzt wird, erlischt jeder Rest seiner einstigen Begeisterung für Heldentum und er begreift die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges. Da er mit seiner Haltung nur auf Unverständnis stößt, kehrt er vorzeitig aus seinem Urlaub zu seiner Einheit zurück. Dort sind inzwischen einige seiner Kameraden gefallen und auch Paul holt bald sein Schicksal ein: in einem unaufmerksamen Moment, wird er im Graben von einem französischen Scharfschützen erschossen.

Lewis Milestones Verfilmung von Erich Maria Remarques weltbekannten Roman Im Westen nichts Neues (1928) gilt zurecht als einer bedeutendsten Antikriegsfilme. Zeitlos durch seine Bemühung, Feindbilder zu vermeiden und die Grausamkeit des Krieges als universelle Botschaft zu vermitteln, ohne eine der beteiligten Parteien zu verurteilen oder zu bewerten, hat der Film auch heute nichts von seiner Aussagekraft verloren. Das tricktechnisch perfekt dargestellte Kriegsgeschehen vermittelt eindringlich den Irrsinn von hohlen Heldenphrasen und des verblendeten Vaterlandskults, der aus Menschen würdeloses Verbrauchsmaterial in einer unmenschlichen Kriegsmaschinerie macht.

Das Drama um den jungen „Kriegshelden“ gipfelt in seinem sinnlosen, ganz und gar nicht „heldenhaften“ Tod: Bei dem Versuch einen Falter einzufangen, wird der ambitionierte Schmetterlingssammler von einem Franzosen tödlich getroffen, an einem ansonsten „ruhigen“ Tag über dem die Heeresleitung in ihrem Protokoll vermerkt: „Im Westen nichts Neues“.

Der Film wurde für die DVD-Veröffentlichung der rekonstruierten Originalfassung, die in den 90er Jahren u.a. für das US-amerikanische Fernsehen erstellt wurde, neu synchronisiert. Leider bewegt sich diese Synchronfassung nur auf Videoniveau. Da der Film aus der Perspektive deutscher Soldaten erzählt wird, wäre eine angemessene deutsche Synchronfassung wünschenswert gewesen.

Hintergrund:
Der Film wurde alternativ auch in einer Stummfilmfassung aufgeführt, da noch nicht alle Kinos mit einer Tonanlage ausgestattet waren.
Der Film gilt als einer der ersten ausländischen Filme, die für den deutschen Markt synchronisiert wurden.
Bereits vor 1933 heftig durch die NS-Presse kritisiert, wurde der Film nach Machtergreifung verboten und erst 1952 gekürzt und neu synchronisiert wieder zur Aufführung gebracht.
Bedingt durch die damaligen Kürzungen und Textänderungen wurde der Film später für den Versuch einer Rekonstruktion der Originalfassung für die Fernsehausstrahlung und später für Veröffentlichung auf DVD erneut synchronisiert.

Fazit:
Perfekter, zeitloser Antikriegsfilm, der in der deutschen Fassung an einer unangemessen billigen Synchronfassung leidet.

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Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Von Chris Columbus (2002)
Mit Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint, Tom Felton, Maggie Smith, Alan Rickman, Richard Harris, John Cleese, Warwick Davis

Es sind noch Ferien und Harry Potter lebt wieder bei seiner verständnislosen Verwandtschaft. Obwohl er endlich ein Zimmer bekommen hat, sehnt er sich zurück nach Hogwarts und seinen Freunden. Eines Abends steht ein Hauself auf seinem Bett, der ihn mit Warnungen und Drohungen davon abhalten will, in die Zauberschule zurück zu kehren. Im richtigen Moment kommt Ron mit seinen Brüdern herbeigezaubert und holt Harry ab. Nicht ohne Hindernisse kehren sie nach Hogwarts zurück. Dort werden sie erwartet: jemand hat die sagenhafte „Kammer des Schreckens“ geöffnet, und dieser Jemand will alle nicht reinrassigen Zauberer vernichten. Das bewährte Dreiergespann Hermine, Harry und Ron versuchen den Fall zu lösen und begeben sich ein weiteres Mal in große Gefahr…

Auch die Verfilmung des zweiten Bestseller-Romans von Joanna K. Rowling ist ein optisches Feuerwerk an „zauberhaften“ Einfällen und atemberaubenden Effekten. Die visuelle Wucht überfordert den Zuschauer zuweilen und erschwert die Entscheidung, wo man hinsehen soll ohne wichtige oder auch nur sehenswerte Details zu verpassen. Die Handlung bietet eine unterhaltsame Collage aus einer spannenden „Wer-oder-Was-steckt-dahinter“-Story und einer Reihe von witzigen Episoden aus dem (un-)wirklichen altenglischen (Zauber-)Schulalttag. Ein zuweilen recht grusliges Fantasyabenteuer und sprichwörtlicher Familienfilm, der trotz seiner knapp 160 Minuten nie langweilig wird.

In Deutschland wurde der Film für eine FSK-Freigabe „ab 6 Jahre“ um ca. 2 Minuten gekürzt.

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Harry Potter und der Stein der Weisen

Von Chris Columbus (2001)
Mit Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Robbie Coltrane, Maggie Smith, Richard Harris, Alan Rickman, John Cleese, Warwick Davis

Harry Potter lebt seit dem Tod der Eltern bei der Familie seiner Tante. Es sind böse Stiefeltern, die ihren eigenen Sohn verhätscheln, während Harry wie ein Tier im Verschlag unter der Treppe hausen muss. Als er elf Jahre alt wird, stellt man ihm auf magische Art und Weise einen Brief zu. Trotz aller Bemühungen können es seine Stiefeltern nicht verhindern, dass er von seinen magischen Fähigkeiten erfährt und in die Zauberer-Schule Hogwarts berufen wird. Mit seinen neu gewonnenen Freunden Ron und Hermine kommt er dort dem bösen Zauberer Voldemort auf die Spur, der seine leiblichen Eltern auf dem Gewissen hat.

Die langersehnte Verfilmung von Joanna K. Rowlings erstem Teil ihrer Romanreihe um Erfolgsfigur Harry Potter würde es nicht leicht haben, die hohen Erwartungen einer riesigen Fangemeinde, die weit über die zielgesetzte kindliche Leserschaft hinausgeht, zu erfüllen. Das war schon nach dem ersten Buch klar. Zudem wurde von literarischer Seite hoher Druck auf die filmische Umsetzung ausgeübt: Joanna K. Rowling ließ es sich nicht nehmen, bei sämtlichen wichtigen Entscheidungen mit dabei zu sein. Sie verlangte u.a. dass der Film in England gedreht und mit englischen Darstellern in den Hauptrollen besetzt werden müsse.

Zudem hatte sie auch das letzte Wort über die Besetzung des Titelhelden (Daniel Radcliffe), der sich interessanterweise in einigen wesentlichen Punkten von seinem geschriebenen Vorbild unterscheidet. Das Ergebnis eines solchen Vorgehens führt beinahe zwangsweise zu einer Verfilmung, die sich sehr eng an seine Vorlage hält: eben eine typische Bestsellerverfilmung. Tatsächlich ist es die größte Schwäche des Film zu nah an der Vorlage zu bleiben.

Mit ein Grund für das Erfolgsrezept von Harry Potter mag es sein, dass einem alles so vertraut ist. Der Film ist somit – eng an seiner Vorlage – eine perfekt und phantasievoll fotografierte Ansammlung von Versatzstücken, die wir seit unserer Kindheit aus Märchen und Kinderbüchern kennen und lieben und die uns immer wieder gefallen. Überraschungen gibt es eigentlich nicht, denn es geschieht alles so, wie man es erwartet: klassisch ist bereits der Beginn. Harry Potter als ungeliebter Stiefsohn, der arg hinter seinem Vetter zurückstehen muss.

Als männliches Aschenbrödel wartet er – wunderbar übertrieben und bildhaft dargestellt – in seiner Treppenabstellkammer auf seinen großen Augenblick. Auf dem Weg nach Hogwarts ist er bereits wohl bekannt. Der Ruf seiner Eltern ist ihm vorausgeheilt. Als Berühmtheit ist es ebenso logisch, dass er sich als Freund nicht etwa den smarten, aber arroganten Schnösel Malfoy (Will Theakston), sondern den eher durchschnittlichen aber charakterlichen „edleren“ Ron (Rupert Grind) aussucht. Zusammen mit der zuweilen streberhaften, aber mutigen Hermine (Emma Watson) ergeben sie ein klassisches Team. Ein beliebtes und auch sinnvolles Jugendbuchmotiv.

Auch die Figur des alten und weisen Direktors und Oberzauberers Professor Dumbledore (Richard Harris, der wie ein Merlin aus dem Bilderbuch ist) und die die strenge, aber sympathische Hausdame Professor McGonagall (wunderbar und ebenso typisch: Maggie Smith) treffen ganz unsere Erwartungen. Letztlich sind diese Figuren viel eher klassische Märchentypen als Charaktere im eigentlichen Sinne.

Dennoch macht der Film Spaß, denn Altbewährtes wird hier auf liebenswerte Art und Weise in die Gegenwart transportiert (auch wenn man die Gegenwart im Film meist vergisst). Das Zweieinhalb-Stundenopus ist keine Sekunde langweilig, die Effekte und die Bilderwucht ist einfach atemberaubend, wenn auch letztere zusammen mit seiner Überlänge für jüngere Zuseher etwas zu viel sein könnten. Schließlich kann der Film auch noch als eine detailverliebte und phantastische Hommage an die Tradition des englischen Schulwesens betrachtet werden.

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Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs

Von Peter Jackson (2003)
Mit Noel Appleby, Alexandra Astin, Sean Astin, David Aston, John Bach, Sean Bean, Cate Blanchett, Orlando Bloom, Billy Boyd, Sadwyn Brophy, Ian McKellen, Elijah Wood

Die Reise der Gefährten nähert sich ihrem Ende. Ein letztes Mal bedroht Sauron die Menschheit. Seine Armee hat Minas Tirith angegriffen, die Hauptstadt von Gondor. Unterdessen nähert sich Frodo dem Lande Mordor und kommt dem Schicksalsberg immer näher. Doch er ist nicht nur von Freunden umgeben. Solange der Ring nicht vernichtet ist, ist seine Knechtschaft unbesiegbar…

„Die Rückkehr des Königs“ ist ein krönender Abschluss einer außergewöhnlichen Filmtrilogie, dem es gelingt, in jeder Hinsicht groß zu sein. Ein episches Schlachtengemälde, das von poetischer Melancholie und tragischen Heldendfiguren durchzogen ist. Ein bis zum Schluss dramaturgisch ausgefeilter Film, der spannend, rührend und voll Pathos den uralten Kampf von Gut und Böse in bombastischen Bildern erzählt.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Der Herr der Ringe – Die zwei Türme

Von Peter Jackson (2002)
Mit Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen, Sean Astin, Billy Boyd, Liv Tyler, John Rhys-Davies, Christopher Lee

Die Gefährten sind getrennt: Frodo und sein Getreuer Samwise sind nun auf sich allein gestellt um den verhängnisvollen Schatz zum Schicksalsberg zu bringen. Doch sie bekommen bald einen Anhänger, der ebenso gefährlich wie hilfreich ist. Auf der Suche nach den beiden in Gefangenschaft geratenen Hobbit-Freunden gelangen Aragorn und seine Anhänger in das gebeutelte Land des Volkes von Rohan, das sich für die größte Schlacht ihrer Geschichte rüsten muss. Es scheint, als wäre die Gefolgschaft des Ringhüters im Kampf gegen den noch mächtiger gewordenen Sauron auf sich allein gestellt, doch sie erhalten unerwartet eine mächtige Hilfe…

Peter Jacksons zweiter Teil seiner gigantischen monumentalen „Herr der Ringe“ Trilogie folgt klassischen Fortsetzungstraditionen: der Film schließt ohne eigene Exposition da an, wo der Vorgänger endete. Für nicht ganz so inhaltsgeschulte Zuschauer ist es durchaus von Vorteil, sich Teil 1 zeitnah noch mal anzusehen. Doch mit aufgefrischten Gedächtnis geht es dann gleich los in eine abermals bildgewaltige Reise durch die visuell perfekt umgesetzte fantastische Welt von Tolkien. Mit noch mehr Kampfgetümmel und etwas weniger Heldenkitsch bietet der Film einen epischen Ausflug in ein Sammelsurium von bekannten Abenteuergeschichten und Gut-gegen-Böse-Motiven. Insgesamt ein Film, der mit seinen episodischen Spannungsmomenten eher als Teil einer Trilogie und weniger als ein in sich geschlossenes Werk betrachtet werden kann.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Der Herr der Ringe – Die Gefährten

Von Peter Jackson (2001)
Mit Elijah Wood, Ian McKellen, Orlando Bloom, Billy Boyd, Viggo Mortensen, Sean Astin, Dominic Monaghan, JOhn Rhys-Davis, Christopher Lee

Mittelerde – das ist eine phantastische Welt, die von Zauberern, Hobbits, Elben, Menschen, Zwergen, Trollen und Geistern bewohnt wird. Inmitten dieser Welt lebt Frodo Beutlin, ein Hobbit, der bisher ein sorgloses Leben im grünen Auenland geführt hat. Als er eines Tages in den Besitz eines Rings gerät, ändert sich sein Leben schlagartig. Dieser Ring ist ein Meistering, der seinen Besitzer zu grenzenloser Macht verhelfen kann und selbigen dabei immer mehr vereinnahmt. Die einzige Möglichkeit zu verhindern dass dieser Ring in die Hände des mächtigen Sauron gelangt, der damit das Böse über ganz Mittelerde bringen würde, ist es, den Ring in jenem Feuer zu vernichten, in dem er einst geschmiedet wurde. Zusammen mit einigen treuen Gefährten beginnt für den kleinen aber wackeren Frodo eine gefährliche Reise…

Der Englischprofessor J.R.R. Tolkien schuf mit seinem inzwischen längst zur Legende gewordenen Fantasy-Epos „Herr der Ringe“ (1954-55) eine eigene mystische Welt, welcher er mit Landkarten, Chroniken und Stammbäumen ein literarisches Leben eingehaucht hat. Die Aversion des Autors, sein Werk als Hollywood-Film zu sehen, mag einer der Gründe sein und die ungeahnten Möglichkeiten, die die Filmtechnik knapp fünfzig Jahre später dem Fantasy-Genre bietet, ein anderer, dass Tolkins Werk erst so spät eine adäquate filmische Umsetzung bekommen hat.

Peter Jacksons erster Teil seiner eigenen Interpretation von „Herr der Ringe“ ist eine gigantische, episch angelegte Gut-Gegen-Böse-Geschichte, deren Gesamteindruck einfach überwältigend ist.

Dies beginnt bereits bei der eigenwilligen, aber sorgfältig ausgearbeiteten Adaption, der die perfekte filmische Umsetzbarkeit wichtiger ist, als die wortwörtliche Bearbeitung der literarischen Vorlage. Die Ausstattung ist ein weiterer Baustein, deren Detailverliebtheit so weit ging, eigens in mühsamer Vorarbeit Felder und Bäume zu pflanzen, um z.B. das Auenland mit Leben zu erwecken. Und schließlich die Spezialeffekte, die ein kaum fassbares Ausmaß annehmen. Sei es bei der perfekten Montage, welche die kindgroßen Hobbits mit ihren doppelt so großen menschlichen und elbischen Gefährten zusammenbringt, oder aber jene riesigen Phantasiewelten, die man nicht so schnell vergisst. Und bei all diesem Aufwand sind auch die bemerkenswerten Schauspieler nicht zu übersehen, die letztlich auch aus dieser Welt zu kommen scheinen.

Die drei Teile der Trilogie wurden an einem Stück in Neuseeland gedreht, was mehrere gute Gründe hatte. Peter Jackson wollte seinem Publikum ein geschlossenes Werk präsentieren und nicht einen Mehrteiler, der von Publikumsreaktionen und zeitlichen Faktoren abhängig ist. Die einzelnen Teile haben ihren Kinostart im jährlichen Abstand im Dezember.

Vier Oscars: Kamera, visuelle Effekte, Make-up, Musik (2001).

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Demolition Man – Die Zukunft hat nur Platz für einen

Von Marco Brambilla (1993)
Mit Sylvester Stallone, Sandra Bullock, Wesley Snipes, Nigel Hawthorne

Ende des 20. Jahrhunderts wird der Polizist John Spartan beschuldigt, bei der Überführung des Killers Simon Phoenix durch Leichtsinn den Tod von Zivilisten verursacht zu haben. Er wird verurteilt und eingefroren. Ebenso wird Phoenix „auf Eis gelegt“. Im Jahr 2032 gelingt dem Verbrecher durch Sabotage die Flucht und er richtet allerlei Unruhen in der allzu friedfertigen Zukunft an. Man sieht sich gezwungen, Spartan ebenfalls wieder aufzutauen, um der ungewohnten Lage Herr zu werden.

Der Reiz dieses Actionfilms liegt vor allem in dem ausgeprägten Hang zur Selbstironie der Hauptdarsteller.

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E.T. – Der Außerirdische

Von Steven Spielberg (1982)
Mit Henry Thomas, Robert MacNaughton, Drew Barrymore, Dee Wallace, C. Thomas Howell, Peter Coyote, K.C. Martel, Sean Frye, Tom Howell, Tamara De Treaux, Pat Bilou, Matthew DeMeritt

In einem Wald bei einem kleinen Vorort von Los Angeles landen Außerirdische: klein und schrumpelig steigen sie aus der Untertasse nicht etwa um die Erde zu erobern: Als Botaniker sind sie weniger an den Menschen, als vielmehr an den grünen Bewohnern unserer Erde interessiert. Doch sie werden gestört. Spezialeinheiten der Regierung haben die Landung der Besucher bereits entdeckt. Überstürzt verlassen sie wieder die Erde, doch sie müssen einen zurücklassen. Das fremde Wesen nähert sich einer Siedlung und versteckt sich, bis er vom 8-jährigen Elliot gefunden wird. Es entsteht eine tiefe Freundschaft. Zusammen mit seinen beiden Geschwistern versucht er E.T. (abgekürzt von Extra-Terrestrial – Außerirdisch) vor den Erwachsenen zu beschützen und hilft ihm, mit seinem drei Millionen Lichtjahre entfernten Zuhause Kontakt aufzunehmen. Sie haben nur wenig Zeit, denn seit der Landung sind die Behörden auf der Suche nach dem Eindringling.

Nachdem 1977 „Die unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977) unter dem cineastischen Trubel von „Star Wars“ untergegangen war, sollte „E.T. – Der Außerirdische“ Steven Spielbergs definitiver Klassiker des (Fantasy-) Familienkinderfilms werden, an dessen Erfolg und Qualitäten er immer wieder gemessen wurde. Das fantastische Kameradschaftsabenteuer wirkt in der Tat so, als wäre die Geschichte aus der Sicht eines Kindes erzählt worden: Die Kamera bleibt meist in deren Augenhöhe und die Welt der Erwachsenen spiegelt sich aus Kindersicht als feindliche Gemeinschaft wieder, die dem Helden (und uns als Zuschauer) den besten Freund wegnehmen will.

Wie bereits in seinem verwandtem Vorgänger „Die unheimliche Begegnung der dritten Art“ wird entgegen klassischer Genrekonventionen der Besucher vom anderen Stern keinesfalls als böswilliger Eindringling, sondern als freundlicher (Forschungs-)Reisender eingeführt. Spielbergs Außerirdischer wirkt einerseits geradezu typisch: reptilienartig, verschrumpelt, nicht menschlich, andererseits ist man als Zuschauer von Anfang an bereit, Sympathie und Mitleid für den gestrandeten „Alien“ zu entwickeln.

Fazit: Ein technisch und dramaturgisch perfekter Familienfilm, der in der Bildersprache seiner Zeit Mitgefühl, Wärme und Menschlichkeit ausstrahlt.

Der Film wurde 1982 mit vier Oscars ausgezeichnet (Musik, Ton, Trickeffekte, Toneffekte)

„E.T.“ wurde 2002 zum 20. Jubiläum digital überarbeitet neu in die Kinos gebracht. Die Änderungen beinhalten die Einbindung bisher nicht verwendeter Szenen, sowie optische „Korrekturen“ u.a. von E.T.s Bewegungen. Zudem wurden einige Szenen nach Spielbergs heutigem Verständnis entschärft: Die Beamten tragen Funkgeräte anstatt Waffen (da sie Kinder verfolgen, erschien das nicht angebracht) und Dee Wallace „korrigierte“ im Tonstudio eigens einen Dialogsatz, in dem sie scherzhaft die Halloween-Verkleidung Ihres Sohns kommentiert. Anstatt einen Terroristen sieht die Mutter einen harmlosen Hippie in der Maskerade.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Von Peter Jackson (2012)
Mit Ian McKellen, Martin Freeman, Richard Armitage, Ken Stott, Graham McTavish, William Kircher, James Nesbitt, Stephen Hunter, Dean O´Gorman, Aidan Turner, John Callen, Peter Hambleton, Jed Brophy, Mark Hadlow, Adam Brown, Ian Holm, Elijah Wood, Hugo Weaving, Cate Blanchet, Christopher Lee

Der kleine Hobbit Bilbo Beutlin liebt die Ruhe und Beschaulichkeit des grünen Auenlands. Die Ruhe ist auf einen Schlag zu Ende, als der berühmte Zauberer Gandalf mit 13 Zwergen in sein Haus einfällt, um ihn zu einer gefährlichen Mission zu überreden. Das Zwergenreich wird vom Drachen Smaug besetzt gehalten und Bilbo soll den Zwergen helfen, das Königreich zurück zu erobern. Zögernd und widerwillig, schließt sich der Hobbit, dem die Freiheit der eigenen Heimat noch wichtiger ist als seine gemäßigte Lebensweise, der Gruppe an und macht sich auf eine gefährliche Reise. Nach der Begegnung mit gefräßigen Orks und den Elben in Bruchtal führt seine fehlende Kampferfahrung dazu, dass Bilbo von seinen Gefährten getrennt wird und in einer Höhle auf das listige Geschöpf Gollum trifft. Durch Zufall gelangt er an einen unscheinbar aussehenden Ring, der von Gollum wie ein Schatz bewacht wird. Dessen Bedeutung kann der bisher von glücklichen Zufällen begünstigte Bilbo jedoch noch nicht erahnen…

Der seit Jahren lang erwartete Vorgängerfilm der Der Herr der Ringe-Trilogie beginnt genau da, wo bereits Der Herr der Ringe: Die Gefährten begonnen hat: der alte Bilbo Beutlin (erneut gespielt von Ian Holm) sitzt am Tag seines 111. Geburtstags in seinem Haus im Auenland und schreibt für seinen Neffen Frodo (Elijah Wood hat hier einen kurzen Gastauftritt) seine Lebensgeschichte nieder. Frodo macht sich grade auf den Weg, um den Zauberer Gandalf (Ian McKellen) zu empfangen (die Einstiegszene der Gefährten) und da erinnert sich Bilbo an seine schicksalhafte Begegnung mit Gandalf 60 Jahre zuvor. Martin Freeman übernimmt ab hier die Rolle des jüngeren Bilbos und stellt mit seinen knapp über 40 Jahren einen überzeugenden widerwilligen Hobbit-Helden dar – angesiedelt zwischen dem jugendlich wirkenden Frodo aus der Der Herr der Ringe-Trilogie (Frodo ist im Roman älter als im Film) und dem ergreisten Ian Holm. Holms und Woods Gastauftritte sorgen dafür, dass die Handlung an den Vorgängerfilmen wirklich beinahe völlig nahtlos anschließt (lediglich bei der Schlüsselszene, wo Bilbo den Ring findet, wird etwas gemogelt). Und auch mit Hugo Weaving als Elrond, Cate Blanchett als Galadriel, Christopher Lee als Saruman im Bruchtal und nicht zuletzt Andy Serkis als digitalisierter Gollum, gibt es viele Vertraute und viel Vertrautes zu entdecken. Doch die Vertrautheiten beziehen sich vor allem auf filmische Umsetzung, denn im Gegensatz zu den Büchern von Der Herr der Ringe konnten sich die Drehbuchautoren bei Der kleine Hobbit (so der bewusst kindlich anmutende deutsche Romantitel) austoben, denn das Buch ist ein Einzelroman und vergleichsweise kurz. Somit lässt die auf unglaubliche drei Einzelteile ausgedehnte erste Film-Adaption des Romans oft an eine Filmadaption von Kurzgeschichten und Novellen denken, z.B. die vielen Verfilmungen, die auf den Kurzschichten von Edgar Allen Poe basieren und auch mit mehr oder weniger umfangreich hinzugedichteten Nebenhandlung ausstaffiert wurden. Mit der Motivation immer gewaltiger und größer als der Vorgänger zu sein, selbst wenn die Vorlage inhaltlich ein Vorläufer (ein sogenanntes Prequel) und dazu noch ein Kinderbuch ist, sieht man dem Hobbitauch jede Minute die Ambition an, ein wirklich großes und erwachsenes Fantasy Epos zu sein. Die kindliche Unbeschwertheit der Vorlage ist nur an wenigen Stellen zu spüren, wie beispielsweise bei der Zwergenfeier in Bilbos Haus oder der kleinen Einlage des Gelages der Bergtrolle (eine Stelle, die Roman allerdings nicht vorkommt, jedoch eher an eine Episode aus Kinderbüchern denken lässt, als die Szenen mit Schlachten und blutrünstigen Orks) und dem generell etwas großzügigeren Einsatz von Humor im Vergleich zu Der Herr der Ringe.

Lässt man auch hier wieder mal die Goldwaage einer Romanbearbeitung außer Acht, ist Peter Jackson wieder etwas ganz großes gelungen, ein filmisches Fundament von Mittelerde und ein weiterer Meilenstein im High Fantasy Genre.

Der Hobbit setzt auch technisch neue Maßstäbe. Der Film läuft mit 48 Bildern pro Sekunde doppelt so schnell ab, wie normaler Kinofilm. Dies führt zu einer bis dahin ungesehenen Dateifülle gerade bei Massenszenen und in der Bewegung. Auch der Einsatz der 3D-Effekte verdient viel Lob.
Fazit: Peter Jackson übertrifft sich selber mit seiner großen, erwachsenen Adaption des Kinderbuchklassikers und setzt neun Jahre später erneut Maßstäbe im Fantasy-Kino.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.

     

Der weiße Hai

Von Steven Spielberg (1974)
Mit Roy Scheider, Robert Shaw, Richard Dreyfuss, Lorraine Gary, Murray Hamilton, Carl Gottlieb

Ein kleiner Badeort an der Ostküste der Vereinigenten Staaten wird mitten in der Hauptsaison zum Angriffsziel eines riesigen weißen Hais. Während die Stadtherren die Bedrohung abtun, unternehmen drei Männer einen gefährlichen Feldzug gegen die unberechenbare Bestie. In einem Boot versuchen sie dem Tier zu folgen…

Steven Spielbergs erster großer Erfolg ist ein perfekter Thriller mit legendären Schockeffekten. Einen Großteil seiner Spannung zieht der Film vor allem aus dem genialen Einsatz von Musik, Ton und Kamera. Die Darstellungen und die Tiefe der Charaktere sind für das Genre ungewöhnlich und der Klassiker kann dem Zuschauer noch heute jeden Spaß an einem Badurlaub nehmen.

Herr Spielberg machte sich mit seinem Film viele Feinde unter Tierschutzorganisationen, die dem Film – vielleicht nicht ganz zu Unrecht – eine falsche Tierdarstellungen vorwerfen, die nur die Angst und Panik vor dem Hai schüre.

Der Film gewann drei Oscars (Musik, Schnitt, Ton).

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Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

Von Steven Spielberg (1988)
Mit Harrison Ford, Sean Connery, Alison Doody, Julian Glover, John Rhys-Davies, Denholm Elliott

Der passionierte Abenteurer und Archäologieprofessor Indiana Jones und sein ebenso abenteuerlustiger Vater befinden sich diesmal auf der Suche nach dem „Heiligen Gral“. Und wieder einmal sind ihnen die Nazis auf den Fersen…

Steven Spielberg wiederholt ein drittes mal das bewährte Rezept: das beliebte Kinoritual, in dem Abenteuerlust, Action und Humor zueinander finden. Besonders geglückt ist die Besetzung von Indiana Jones Vater mit Sean Connery. Das sympathisch-witzige Spiel von „Vater und Sohn“ machen den besonderen Reiz des Film aus. Die Spezialeffekte wurden mit dem Oscar ausgezeichnet.

Vielen Dank an Stefan Meyer von FilmClue.de für seine freundliche Unterstützung.